Beim Deutschland-Spiel am Mittwoch
Fußball-Arena München soll in Regenbogen-Farben leuchten
Stand 22.06.21 - 10:27 Uhr
0
Der Münchner Stadtrat möchte beim kommenden Deutschlandspiel am Mittwoch gegen Ungarn ein politisches Zeichen setzen und die Fußball Arena in Regenbogenfarben leuchten lassen. Ob die Arena wirklich bunt leuchten wird, erfährst du hier.
Symbolbild: Shutterstock
Wunsch der Stadt München – Entscheidung liegt aber bei der UEFA
Politik trift auf Fußball: Am Mittwoch, 23. Juni 2021, findet in München das Fußball-EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn statt. Das EU-Land Ungarn schränkt die Rechte von Homosexuellen und Transsexuellen massiv ein. Die Landeshauptstadt München möchte daher diesen Anlass nutzen, um ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen.
- Anzeige -"Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft", heißt es in einem fraktionsübergreifenden Antrag. Erst vor wenigen Tagen hat das ungarische Parlament ein neues Gesetz beschlossen, das unter anderem verbietet, in Schulen über Homosexualität aufzuklären. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter setzt sich persönlich ein
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will persönlich bei der UEFA und dem DFB für eine Regenbogen-Arena vorsprechen. Über den Antrag entscheidet der Stadtrat zwar erst am Spieltag Mittwoch, doch so lange möchte Dieter Reiter nicht warten: "Nachdem der Antrag von allen Fraktionen gestellt wurde, werde ich mich bereits Anfang der Woche an den Veranstalter UEFA/DFB wenden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. "Das ist ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Gleichstellung."
- Anzeige -
Mit diesem Schreiben wendet sich München Oberbürgermeister an die UEFA
Das Schreiben von Dieter Reiter an die UEFA hat folgenden Wortlaut:
„Zunächst möchte ich mich für die derzeit laufende gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten der UEFA mit den verschiedenen Stellen der Landeshauptstadt München sehr herzlich bedanken. Das Augenmerk des Münchner Stadtrats gilt jedoch aktuell auch der EURO-Partnerstadt Budapest und den Einschränkungen, die in Ungarn zu Lasten der Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender (LGBTIQ) gegeben sind.
Das ungarische Parlament hat am 15. Juni mehrere Gesetze geändert, mit denen Informationen über Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit verboten werden, die für Kinder und Jugendliche zugänglich sein könnten. Damit folgt Ungarn dem Vorbild der homo- und transphoben Gesetzgebung Russlands. Das verabschiedete Gesetz verstößt gegen die EU-Grundrechtecharta, die UN-Kinderrechtskonvention, die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. In einem fraktionsübergreifenden Antrag werde ich deshalb gebeten, auf den Deutschen Fußball-Bund und die UEFA zuzugehen, um anlässlich des Gruppenspieles zwischen Deutschland und Ungarn am 23.06.2021 ein Zeichen im Sinne der Weltoffenheit und Toleranz anzuregen. Den Antrag finden Sie im Anhang zu diesem Schreiben.
Ich bitte Sie deshalb, gemeinsam mit dem DFB an diesem Tag und während des Spiels eine Beleuchtung der Arena in Regenbogenfarben zu ermöglichen und so ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis zu senden. Sollten Sie insoweit Unterstützung gegenüber Dritten, z.B. in Genehmigungsfragen, benötigen, wird die Landeshauptstadt München dies gerne begleiten.
Ich appelliere außerdem an die UEFA, sich auch darüber hinaus gerade aus Anlass der EURO2020 mit deren medialer Reichweite nachdrücklich und sichtbar für Toleranz und Gleichstellung einzusetzen.
Ich würde mich freuen, wenn dies der Partnerschaft zwischen der UEFA und der Landeshauptstadt München einen weiteren gelungenen Baustein hinzufügt und danke Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung.“
Auch das Rathaus in München soll Regenbogenfarben tragen
Auf Wunsch des Stadtrats soll auch das Münchner Rathaus am Mittwoch mit Regenbogenfahnen beflaggt werden. Das Spiel gegen Ungarn sei eine Möglichkeit, "die Botschaft zu senden, dass München für eine bunte, vielfältige und tolerante Gesellschaft steht".
Entscheidung der UEFA steht noch aus
Während der gesamten Fußball-EM hat die UEFA das Hausrecht in der Münchner Allianz Arena – die während der Austragungen "Fußball Arena München" heißt. Allerdings handelt die UEFA bei politischen Botschaften stets sehr strikt. Wer Sportveranstaltungen für Sport-fremde Kundgebungen benutzt, verstößt laut UEFA-Statuten gegen die "Allgemeinen Verhaltensgrundsätze".
Bereits die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben, die Nationaltorwart Manuel Neuer im ersten Vorrundenspiel in München gegen Frankreich (0:1) getragen hatte, sorgte für Diskussionen. Kurzzeitig stand sogar eine Strafe gegen den DFB im Raum, die dann aber wieder fallen gelassen wurde. Ob das Ersuchen der Stadt München bei der UEFA Erfolg hat, bleibt also noch abzuwarten.
Bleib immer bestens informiert! Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Trinkgeld per Karte sorgt für Kritik: Viele Gäste fühlen sich durch Bezahlterminals unter Druck gesetzt.
Die Wiesn 2026 in München ist einen Monat vor dem Start gut vorbereitet. SWM und MVG sichern Strom, Trinkwasser und die Anreise zur Theresienwiese.
Neue Regeln in Laim: Welche S-Bahnen halten, wo ihr umsteigen müsst und was beim Ticket gilt.
München bewirbt sich um das Champions-League-Finale 2028 in der Allianz Arena. Die UEFA entscheidet im September.
Bayern gewinnt in Heidenheim. Doch nach dem Spiel dreht sich alles um Jamal Musiala.
Polizeischuss in Schwabing: Ein 14-Jähriger mit Softair-Waffe wurde schwer verletzt. Das LKA ermittelt.
Neue Details zum Dreamliner-Zwischenfall in München zeigen, wie ernst die Lage am Flughafen wirklich war.
100 Tage im Amt: Krause setzt erste Akzente, doch Wohnen, Verkehr und Geldsorgen drücken weiter.
Urteil in München: Nach dem Auto-Anschlag auf eine Verdi-Demo erhält der Täter die Höchststrafe.
Am Starnberger See fallen wegen Niedrigwasser vier Haltestellen aus. Fahrgäste müssen ihre Touren neu planen.
DESK
Wende im Münchner Univiertel: Kioskbetreiber ziehen ihre Klagen zurück. Ab dem 4. September 2026 gilt ab 22 Uhr wieder ein striktes Bierverkaufsverbot.
Dekolleté-Eklat auf dem Oktoberfest: Auf Druck der Stadt München mussten die traditionellen Pappmaché-Figuren am Teufelsrad züchtig übermalt werden - aus Sorge vor einem Wiesn-Verbot
Waymo plant fahrerlose Taxis in München: Erste Testfahrten starten bald, der öffentliche Robotaxi-Dienst soll Ende 2027 folgen.
Freibier in der Bräurosl: Das Festzelt sorgt auf der Wiesn 2026 für das gewisse Extra.
Mondfinsternis über Bayern: Warum sich frühes Aufstehen diesmal lohnt
Im Tierpark Hellabrunn leben jetzt Kirk-Dikdiks. Die Mini-Antilopen sind am Isar-Eingang zu sehen.
Italien plant 75 Euro Strafe für Fußgänger mit Smartphone auf der Straße. Noch ist die Regel nicht beschlossen.













