Aktualisiert: 23.07.2020 - 15:57 | Anzeige

Oh weh, es krabbelt! Kaum ein Kinderkopf bleibt von Läusen verschont. Doch wie funktioniert die Ansteckung? Wo kommen also die kleinen Krabbler her? Das haben wir uns für dich mal genauer angeschaut.

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© Foto: shutterstock

Läuse und die direkte Übertragung

Wenn es um ihr Zuhause geht, sind Kopfläuse nicht wählerisch. Egal ob hell- oder dunkelhaarig, Naturkrause oder glattes Haar. Sie nehmen, was sie kriegen können. Der Weg dahin sollte nur möglichst kurz sein, denn Läuse können nicht fliegen. Die Ansteckung erfolgt daher am häufigsten durch direkten Kontakt mit den Haaren.

Stecken Kinder beispielsweise beim Spielen die Köpfe zusammen, krabbeln die kleinen Insekten ein Stück und klammern sich dann wieder fest ans Haar – und schon sind sie umgezogen. Die Nähe ist deshalb so wichtig, weil Läuse nicht wie Flöhe springen können. Sie haben auch keine Flügel, um größere Distanzen zu überwinden. Eine kurze Reichweite erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Kopflausbefall also erheblich.

Dieser Übertragungsweg erklärt auch, warum Erwachsene seltener betroffen sind. Sie kommen einander im Alltag oft nicht mehr so nahe wie Kinder. Die Läuse haben es dadurch mit der Ansteckung entsprechend schwerer.

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 Läuse: Die Übertragung über die Kleidung

Kopfläuse sind sehr wirtsgebundene Parasiten. Das heißt, sie bleiben eng an ihrem Wirt und sind selbst in der näheren Umgebung kaum zu finden. Die Chance, dass man sich über gemeinsam benutzte Mützen oder Kapuzen ansteckt, ist also gering. Unmöglich ist es aber nicht. Gerade so körpernahe Textilien an den Haaren bieten den Läusen noch die beste Option für eine Übertragung.

Wichtig für die kleinen Tiere ist dabei, dass die Kleidungsstücke oft und in kurzen Zeitabständen von verschiedenen Menschen genutzt werden. Dann steigt auch die Gefahr der Weiterverbreitung durch Kleidung.

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Läuse: Ansteckung über Gegenstände

Noch unwahrscheinlicher ist bei Läusen die Übertragung über Gegenstände – etwa Kopfkissen, Kopfstützen, Kuscheltiere und Ähnliches. Wenn man allerdings den Kamm oder die Bürste eines Trägers mitbenutzt, kann darin schon einmal eine Laus hängen. Aber auch dieser Weg ist immer noch selten.

Warum das so unwahrscheinlich ist? Weil Läuse bereits nach spätestens 55 Stunden ohne eine Blutmahlzeit sterben. Schon vorher beginnen sie auszutrocknen und verlieren schnell ihre ohnehin nicht allzu große Mobilität. Das Zeitfenster, in dem Läuse die Ansteckung schaffen müssen, ist also recht klein.

Hinzu kommt, dass die kleinen Insekten Meister im Festklammern sind. Sie fallen also auch nicht einfach aus Versehen aus dem Haar und können nicht so leicht abgestreift werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt Läuse für eine Übertragung in die Umgebung gelangen, ist demnach nicht besonders groß.

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Gelingt eine Ansteckung mit Läusen über Nissen?

Nissen sind Läuseeier. Während die Eier einiger Parasiten sich hervorragend für eine Infektion eignen, haben wir bei Läusen eine gute Nachricht für dich: Eine Übertragung durch Nissen ist nicht möglich.

Die Erklärung dafür ist ganz simpel. Die Läuseweibchen kleben ihre Eier sehr fest an das jeweilige Haar – so fest, dass sie selbst nach Monaten und bereits erfolgreich abgeschlossener Behandlung noch dort hängen können. Zwar sind die Nissen dann leer. Aber sie sind als kleine, glänzende Hüllen mitunter noch sichtbar. Dann zeigen sie allerdings keinen aktiven Kopflausbefall mehr an.

Wenn du also nur Nissen, aber keine Läuse mehr nach der Behandlung findest, musst du nicht von vorne anfangen.

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Kann man sich im Schwimmbad mit Läusen anstecken?

So empfindlich sie ohne ihren Wirt in der Umgebung sind, so widerstandsfähig sind Läuse, solange sie „zu Hause“ sind. Sie sterben also auch beim Schwimmen und Tauchen nicht einfach ab. Benutzt dann ein Kind mit Läusen ein Handtuch gemeinsam mit anderen Personen, ist die Übertragung zumindest möglich – wenn auch ähnlich wahrscheinlich wie bei Kleidungsstücken.

Entwarnung gilt allerdings fürs Schwimmbecken. Gemütlich durchs Wasser cruisen und dabei Läuse auflesen? Das geht glücklicherweise nicht. Läuse sterben zwar im Wasser nicht so schnell ab. Als Vehikel für eine Übertragung eignet es sich allerdings auch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass du nach einem entspannten Tag im Freibad oder nach dem Schwimmtraining die lästigen Tiere mit nach Hause bringst, ist sehr gering.

Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Einfach mal ausgiebig Baden oder Schwimmen gehen hilft leider auch nicht gegen einen Kopflausbefall.