Coronavirus in Spanien
Auswärtiges Amt rät von Urlaubsreisen in einige Regionen in Spanien ab
Stand 28.07.20 - 11:43 Uhr
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Erst vor fünf Wochen wurde die Reisewarnung für Spanien aufgehoben. Jetzt wird das Rad wegen einer Welle von Neuinfektionen ein Stück weit zurückgedreht. Die beliebteste Ferieninsel der Deutschen bleibt aber verschont.
Das Stadtviertel Gracia in Barcelona. Das Auswärtige Amt rät auch vom Besuch der Touristen-Metropole im Norden Spaniens ab. Foto: Felipe Dana/AP/dpa
Auswärtiges Amt spricht Reisehinweise für Spanien aus
Berlin (dpa) – Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Spanien rät das Auswärtige Amt nun von touristischen Reisen in mehrere Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen ab.
- Anzeige -Diese Regionen in Spanien sind betroffen
Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren bleiben verschont. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt am Dienstag in seinen Reisehinweisen für Spanien mit den «hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen».
Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist quasi eine Alarmstufe darunter.
- Anzeige -Reisewarnung für Spanien erst Ende Juni aufgehoben
Das Auswärtige Amt hatte die Reisewarnung für das besonders stark von der Corona-Pandemie getroffene Spanien erst am 21. Juni aufgehoben, nachdem die Regierung einen 14-wöchigen Notstand beendet hatte. Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Tagen in einigen Gebieten wieder dramatisch gestiegen.
Die drei am stärksten betroffenen Regionen werden von der Bundesregierung aber trotz der hohen Infektionszahlen zunächst nicht zu Risikogebieten gezählt. Rückkehrer aus solchen Gebieten müssen künftig in Deutschland einen Corona-Test machen. In der Europäischen Union gilt das derzeit nur für Luxemburg.
- Anzeige -Starker Anstieg bei Corona-Infektionen in Spanien
Die katalanische Gesundheitsbehörde teilte am Montagabend mit, dass in den vergangenen 24 Stunden 724 neue Infektionen registriert worden seien. Regionalpräsident Quim Torra rief die Menschen zu größter Vorsicht auf. «Die Lage ist sehr kritisch», sagte er. Die nächsten zehn Tage seien «die wichtigsten dieses Sommers». Man befinde sich schon fast wieder in einer Situation wie im März. Wenn die Zahlen weiter stiegen, müssten drastischere Maßnahmen ergriffen werden. Ausgangsbeschränkungen würden dann nicht mehr ausgeschlossen.
Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas.
- Anzeige -Briten müssen nach Urlaub in Spanien in Quarantäne
Großbritannien hatte am Sonntag mit einer deutlich drastischeren Maßnahme als Deutschland auf die neue Infektionswelle reagiert und eine zweiwöchige Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ganz Spanien verhängt. Dies habe der spanischen Tourismusbranche «den Rest gegeben», schrieb die Tageszeitung «El País» am Montag. Die spanische Tourismusindustrie kommt in Normalzeiten für zwölf Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts auf.
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