Aktualisiert: 23.11.2022 - 15:18

Diebe haben aus einem Museum einen millionenschweren keltischen Goldschatz erbeutet. Im gesamten Schengenraum wird jetzt nach ihnen gefahndet.

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Goldschatz war das Aushängeschild des Kelten Römer Museums

Manching (dpa) - Einbrecher haben im oberbayerischen Manching einen mehrere Millionen Euro teuren Goldschatz aus der Keltenzeit erbeutet. Wie ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes berichtete, waren die Täter in der vorangegangenen Nacht in das Kelten Römer Museum in Manching bei Ingolstadt eingestiegen und entwendeten den 1999 bei Manching entdeckten Schatz vollständig.

Der Goldschatz war das Aushängeschild des Museums. Der Sammlerwert der historischen Münzen wird laut LKA auf mehrere Millionen Euro taxiert. Der Einbruch dauerte nur neun Minuten. In der Nacht zum Dienstag sei um 1.26 Uhr eine Außentür aufgehebelt worden, sagte der Vizepräsident des Landeskriminalamts Guido Limmer, am Mittwoch in Manching.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde bei dem Einbruch in der Nacht zu Dienstag eine zweite Vitrine aufgebrochen. Dabei wurden drei weitere, deutlich größere Münzen gestohlen. Ob sie auch aus Gold bestehen, wie schwer und von welchem Wert sie sind, war zunächst unklar.

Schatz nur schwer zu verkaufen

Die Diebe des Manchinger Goldschatzes können die keltischen Münzen nach Einschätzung der Polizei wohl nur schwer verkaufen. Es sei zu befürchten, dass sie die keltischen Münzen einschmelzen und für den Goldwert veräußern, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts am Mittwochmorgen. Der Verkauf solcher Kulturgüter sei «sehr speziell».

«Ich könnte heulen», sagte der leitende Sammlungsdirektor der Archäologischen Staatssammlung München, Rupert Gebhard, der «Süddeutschen Zeitung». Der Goldschatz sei ein «einmaliges Dokument». Die Forschung zum Handelsnetz der Kelten sei noch nicht abgeschlossen gewesen, der Verlust für die Wissenschaft immens. Zudem teilt auch er die Befürchtung der Polizei, dass die Münzen möglicherweise eingeschmolzen werden: «Meine große Sorge ist, dass es nur um den Goldwert geht», sagte er.

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Einbruch wie in einem Film

«Der Einbruch muss in den frühen Morgenstunden stattgefunden haben», hatte ein LKA-Sprecher am Dienstagabend gesagt. «Es war klassisch, wie man es sich in einem schlechten Film vorstellt.»

Am Dienstagmorgen hätten die Mitarbeiter des Museums dann festgestellt, dass der Goldschatz fehlt. Erst danach wurde die Polizei alarmiert, die ersten Einsatzkräfte waren laut LKA gegen 9.45 Uhr vor Ort. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Einbruch über Stunden unentdeckt blieb. Dadurch kamen Ermittlungen und Fahndung erst verhältnismäßig spät in Gang.