Aktualisiert: 23.07.2020 - 15:52 | Anzeige

Anfallsartige Atemnot und Husten sind typische Beschwerden von Asthma. Mit welchen Tests wird die Diagnose gestellt?

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© Foto: pixabay

Asthma – die chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege

Es kann der kurze Spurt zum Bus sein oder einfaches Treppensteigen: Manchen Menschen bleibt schon bei der kleinsten Anstrengung buchstäblich die Luft weg. Dahinter kann die chronische Atemwegserkrankung Asthma stecken, die die Betroffenen ein Leben lang begleitet. Doch was kann man sich unter der Krankheit vorstellen? Erfahre im folgenden Artikel, mithilfe welcher Tests die Diagnose Asthma gestellt wird.

Was ist Asthma?

Bei Asthma handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der sich die Bronchien, also ein Teil der unteren Atemwege, immer wieder entzünden. Hervorgerufen durch eine Störung des Immunsystems reagieren die betroffenen Bronchien bei Asthmatikern stärker als bei Gesunden. Durch eigentlich harmlose äußere Reize, beispielsweise Staub, Pollen oder kalte Luft, verkrampfen sich die Atemwege schlagartig – und lösen einen Asthmaanfall aus.

Bei einem solchen Anfall schwellen die Schleimhäute an, sodass es zu einer übermäßigen Schleimproduktion kommt. Die Bronchien verengen sich und Betroffenen fällt es schwer, ein- und auszuatmen. In der Folge wird der Körper häufig nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt, was unter Umständen lebensbedrohlich ist.

Generell muss man zwischen allergiebedingtem und intrinsischem, also nicht-allergischem, Asthma unterscheiden. Welche genaue Art der Atemwegserkrankung vorliegt, wird bei der Asthma Diagnose durch einen Allergietest oder einem Lungenfunktionstest festgestellt. Die eindeutige Diagnose ermöglicht anschließend eine passgenaue Therapie des Asthmas, sodass die Erkrankung weitestgehend symptomfrei verlaufen kann.

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Asthma: Erste Schritte zur Diagnose

Bei dem Verdacht auf Asthma sind verschiedene Tests und Untersuchungen nötig, um eine abschließende Diagnose zu stellen. Zu Beginn führt der Arzt eine umfassende Anamnese durch. Dabei handelt es sich um ein intensives Gespräch, bei dem er den Patienten nicht nur über seine vorliegenden Beschwerden befragt, sondern sich auch nach früheren Erkrankungen in der Familie erkundigt. Darüber hinaus wird der Arzt im Rahmen der körperlichen Untersuchung die Atemwege und insbesondere die Bronchien abhören.

Nach der Anamnese hat der Arzt oft schon einen Verdacht, ob der Patient unter allergischem Asthma leidet. Im Zuge dessen wird ein Allergie-Test gemacht, der Klarheit darüber schafft, auf welche Substanzen der Patient reagiert.

Welche Asthmatests gibt es?

Im Zuge der Asthma Diagnose ist der Lungenfunktionstest ein fester Bestandteil, da die Leistung der beiden Lungenflügel durch die Atemwegserkrankung stark eingeschränkt ist. Hierfür eignen sich zwei Methoden: die Spirometrie und die Peak-Flow-Messung.

Bei der Spirometrie (kleine Lungenfunktion) wird die Nase des Patienten mit einer Klammer verschlossen, sodass er nur durch ein Mundstück in ein Gerät, das Spirometer, atmet. Der Arzt misst dabei unterschiedliche Werte, wie Lungenvolumen und -druck, während der Patient tief Luft holt.

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Bei verminderten Werten wird ein Bronchospasmolysetest angeschlossen. Hierbei handelt es sich um einen medikamentösen Test, bei dem sich nach Gabe des Präparats die Bronchien weiten. Kurz darauf wird erneut die Lungenfunktion gemessen. Hat sich diese verbessert, liegt die Vermutung nahe, dass Asthma vorliegt.

Bei der Peak-flow-Methode misst der Arzt die Geschwindigkeit des Luftstroms, wenn der Patient in ein Gerät pustet. Im Gegensatz zur Spirometrie eignet sich die Peak-Flow-Messung aber nicht zur Erstdiagnose, sondern zur Beobachtung der Krankheit, auch zu Hause.

Noch genauere Werte zum Nachweis von Asthma lassen sich mit der Bodyplethysmografie (große Lungenfunktion) erzielen. Bei diesem Test auf Asthma wird die Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft gemessen, wobei der Patient in einer speziellen Glaskabine sitzt und dort in ein Gerät pustet. Die Atembewegungen des Patienten verändern den Druck in der Kammer, ein Sensor zeichnet dies auf. 

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Weitere Untersuchungen zur Asthma Diagnose

Wenn nach dem Lungenfunktionstest keine klare Asthma Diagnose gestellt werden kann, bieten sich noch weitere Untersuchungen zur Abklärung an. Dazu zählen:

  • Röntgen der Lunge
  • Blutgasuntersuchung
  • EKG (Elektro-Kardiogramm)

Diese Untersuchungen werden vom Arzt durchgeführt, um andere Atemwegserkrankungen auszuschließen. Sie sind in keinem Fall bei allen Patienten mit dem Verdacht auf Asthma notwendig. Normalerweise kann der Hausarzt bereits nach der Anamnese und der Spirometrie sagen, ob der Betroffene an Asthma leidet oder nicht.