Preisschock 2027
Nächster Hammer für MVV-Fahrgäste: Tickets 2027 deutlich teurer
Stand 21.09.26 - 09:12 Uhr
Fahrgäste im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) müssen sich Medienberichten zufolge im Jahr 2027 auf höhere Ticketpreise einstellen.
© Bild: FooTToo / Shutterstock.com
Auf Fahrgäste im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) kommt offenbar der nächste Preisschock zu. Viele Tickets im Jahr 2027 werden erneut teurer werden.
Im Schnitt ist demnach eine Erhöhung um 4,9 Prozent geplant. Der Beschluss dazu sei am 18. September in der Gesellschafterversammlung des MVV gefallen.
Damit fällt das Plus offenbar sogar noch stärker aus als im Vorjahr. Schon von 2025 auf 2026 waren die Preise im Durchschnitt um 3,9 Prozent gestiegen. Für Pendler und andere Fahrgäste im Großraum München würde Bus- und Bahnfahren damit einmal mehr spürbar tiefer ins Portemonnaie greifen.
Die Details:
01.01.2027: Die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu kommen zum MVV
Im Zuge der MVV-Verbundraumerweiterung erweitert sich das MVV-Tarifgebiet zum 01. Januar 2027 um die Stadt Kaufbeuren sowie den Landkreis Ostallgäu und in der Folge auf die zwei neuen Zonen 13 und 14.
Die verbundweit gültigen Tarife für Kinder-Fahrkarten, für die MVV-Fahrrad-Tageskarte und für das 365-Euro-Ticket gelten ab dem 01.01.2027 für das gesamte vergrößerte Verbundgebiet.
Neu: Preiskappung ab Zonen M-12
Neu ist eine Preiskappung über das gesamte Ticketsortiment für besonders lange Strecken: Fahrten, die über die Zonen M-12 bzw. 14 Zonen hinausgehen, haben alle den gleichen Fahrpreis wie für die Zonen M-12.
Ab 01. Januar 2027 löst der MVV-Tarif alle anderen Nahverkehrstarife im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren ab, sodass Fahrgäste mit einem einzigen, durchgehenden Ticket zum Beispiel vom Münchner Marienplatz bis nach Kaufbeuren oder über Füssen zum Schloss Neuschwanstein fahren können. Neben den klassischen Papiertickets und HandyTickets in der App wird auch MVVswipe auf das neue Verbundgebiet ausgeweitet.
Für die Fahrt von München zum Schloss Neuschwanstein benötigen Ausflügler zukünftig eine Gruppentageskarte (für bis zu 5 Personen) für die Zonen M-13 zum Preis von 43,90 Euro. Nach Kaufbeuren benötigen Fahrgäste ab München ein MVV-Ticket für die Zonen M-10, also z. B. für eine Hin- und Rückfahrt eine Single-Tageskarte zum Preis von 27,90 Euro.
Mit dem neuen Digitalrabatt wird die digitale Streifenkarte, zwei Jahre nach Einführung von MVVswipe, künftig günstiger angeboten als die klassische Streifenkarte aus Papier. Die digitale Streifenkarte verbindet die Flexibilität der klassischen Streifenkarte mit den Vorteilen des einfachen digitalen Ticketkaufs.
Auch Fahrgäste, die MVVswipe nutzen, profitieren: Die automatische Fahrpreis-ermittlung erfolgt auf Basis des digitalen Streifenkartentarifs. Wer mit MVVswipe unterwegs ist, muss sich daher weder um die richtige Ticketwahl noch um die erforderliche Anzahl von Streifen kümmern, der passende Fahrpreis wird automatisch berechnet. Gleichzeitig bleiben die bestehenden Kaufmöglichkeiten, beispielsweise an Automaten oder Verkaufsstellen, weiterhin erhalten. Fahrgäste können selbst entscheiden, welcher Vertriebsweg sich für sie am besten eignet.
Folgende Änderungen ergeben sich bei den Fahrscheinen im Bartarif (Auszug):
Die Preise der Einzelfahrkarten für alle Zonenkombinationen bis hinauf zu M-6 bzw. 8 Zonen bleiben konstant.
Der Preis für Einzelfahrten, beispielsweise in den Zonen M-7 bzw. 9 Zonen, steigt um 20 Cent von 18,70 Euro auf 18,90 Euro.
Der Preis der Einzelfahrkarte Kurzstrecke bleibt unverändert bei 2,10 Euro.
Der Preis der Einzelfahrkarte Kind steigt um 10 Cent von 2,00 Euro auf 2,10 Euro.
Der Preis für die Kindertageskarte bleibt unverändert bei 3,80 Euro.
Der Preis der Streifenkarte wird von bisher 18,70 Euro auf künftig 21,00 Euro (digitale Variante: 19,50 Euro) angehoben; der Preis der Streifenkarte U21 von 10,20 Euro auf 10,80 Euro (digitale Variante: unverändert bei 10,20 Euro).
Der Preis der Gruppen-Tageskarte – beispielsweise für die Zonen M-5 – wird von 32,60 Euro auf 33,90 Euro erhöht.
Der Preis der Single-Tageskarte für die Zone M bzw. Zone 1 steigt um 0,70 Euro auf künftig 10,80 Euro.
Der Preis für die MVV-Fahrrad-Tageskarte (bisher 3,70 Euro) wird um 0,10 Euro auf 3,80 Euro angehoben. Zugleich dürfen auf diesem Ticket zukünftig auch bis zu 3 Fahrräder mitreisender Kinder im Alter von 6-14 Jahren mitgenommen werden.
Änderungen bei den Zeitkarten und Abonnements (Auszug):
Die Preise der Monatskarten werden durchschnittlich um 4,8 Prozent angehoben. So steigt etwa der Preis der Monatskarte für die Zone M bzw. 2 Zonen von bisher 71,40 Euro auf künftig 74,80 Euro.
Eine Wochenkarte für die Zone M bzw. 2 Zonen kostet künftig 25,80 Euro statt bisher 23,80 Euro, für die Zonen M-5 ist eine Wochenkarte für 87,30 Euro erhältlich (bisher 80,60 Euro).
Die Preise der Monatskarte 65 werden in ähnlichem Maße erhöht wie die anderen Monatstickets. Eine Monatskarte 65 für die Zone M bzw. 2 Zonen kostet künftig 62,30 Euro, und für die Zonen M-5 beträgt der neue Preis 93,00 Euro.
Für Zeitkarten erfolgt die Preisanpassung zu folgenden Zeitpunkten:
- für Wochen- und -Monatskarten zum 01.01.2027,
- für Wochenkarten der Ausbildungstarife zum 01.01.2027,
- für Monatskarten der Ausbildungstarife sowie für Abonnements mit monatlicher Zahlungsweise zum01.01.2027.
Im neuen Jugend- und Ausbildungstarif entfällt die Unterscheidung nach Altersstufen (AT I/II). Zudem werden die aufgrund des Bayerischen Ermäßigungstickets kaum genutzten Abo-Varianten Schule/Ausbildung SEPA sowie die Monatskarte Ausbildung PLUS abgeschafft. Es wird künftig nur noch eine Wochenkarte und eine Monatskarte geben. Darüber hinaus wird die Berechtigungsprüfung vereinfacht: Minderjährige erhalten den Jugend- und Ausbildungstarif ohne Nachweis. Der Preis für die Wochenkarte in der Zone M bzw. in 2 Zonen wird bei 18,70 Euro und für die Monatskarte bei 54,20 Euro liegen. Für die Zonen M-5 oder 7 Zonen betragen die Preise 49,90 Euro bzw. 144,60 Euro.
Der Preis für das 365-Euro-Ticket für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende bleibt unverändert. Dieses Ticket wird weiterhin wie gewohnt mit monatlicher Abbuchung (10 x 36,50 Euro) oder auch mit jährlicher Zahlung (1 x 365 Euro) ausgegeben.
Für Studierende, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende gibt es das Bayerische Ermäßigungsticket, ein vergünstigtes Deutschlandticket, für 43 Euro pro Monat (Stand 2026). Über eine mögliche Preisanpassung desDeutschlandtickets entscheiden der Bund und die Länder, nicht der MVV.
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