Schweres Zugunglück
Zug aus München in Tschechien verunglückt
Stand 04.08.21 - 15:48 Uhr
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Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien verunglückt und mit einem anderen Zug zusammengestoßen. Es soll Tote und Verletzte geben. Aktuelle Infos hier.
Foto: Chaloupka Miroslav / dpa
Die Rettungsarbeiten laufen
Domazlice (dpa) – Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen. Drei Menschen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen, mehr als 30 Menschen sind verletzt worden, zehn von ihnen befinden in einem kritischen Zustand. Dutzende Rettungskräfte und vier Hubschrauber waren vor Ort im Einsatz, um die verletzten Menschen zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen. Unter den Fahrgästen waren wohl auch mindestens 20 Deutsche.
- Anzeige -Das ist über die Unglückszüge bekannt
Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei bei Domazlice (Taus) gegen 8 Uhr morgens im Südwesten des Landes nahe der Grenze zu Bayern. Bei den betroffenen Zügen handelt es sich um den Expresszug 351, der von Ceske Kubice auf dem Weg nach Prag war, und einen Personenzug zwischen Pilsen (Plzen) und Domazlice.
In das schwere Unglück involviert ist ein Zug des privaten deutschen Länderbahn-Anbieters "alex", das teilte das Unternehmen mit. Es handelt es sich dabei um den ALX 351, Abfahrt München Hbf 4.44 Uhr mit Ziel Prag. Die Länderbahn habe mehrere deutsche und tschechische Notfallmanager zur Unfallstelle entsandt.
Der Expresszug München-Prag habe nach ersten Erkenntnissen ein Haltesignal überfahren. Er sei dann mit dem Nahverkehrszug, einem sogenannten RegioShark, kollidiert.
- Anzeige -Insgesamt elf Rettungsteams waren im Einsatz, sagte ein Sprecher der tschechischen Feuerwehr. Sie wurden von Kollegen aus Deutschland unterstützt. Bei den Toten soll es sich laut Polizei um die beiden Lokführer handeln, beide tschechische Staatsangehörige, sowie um eine Frau aus dem Regionaltriebwagen.
Informationen für Angehörige
Für Fahrgast- und Angehörigenfragen hat die Länderbahn eine spezielle Hotline unter 0341-9135 4040 eingerichtet. Auch die Polizei Oberpfalz hat mittlerweile eine deutsche Informationshotline eingerichtet. Die polizeiliche Hotline für Angehörige ist ab sofort unter der Telefonnummer 0961 401 5500 erreichbar.
Auf tschechischer Seite hat die Feuerwehr der Pilsner Region eine Informationshotline eingerichtet. Diese ist unter der tschechischen Nummer 00420 950 330 330 zu erreichen. Hier können Informationen über Betroffene des Unglücks, sowie den Ort, wohin sie zur Versorgung gebracht wurden, bekommen. Zudem hat die Tschechische Bahn eine kostenlose Hotline für eine erste psychologische Intervention unter 00420 800 100 064 eingerichtet.
- Anzeige -Hinweise für Reisende nach Tschechien
Im tschechischen Streckenabschnitt zwischen Domazlice und Plzen ist der Zugverkehr des alex auf der Linie München – Prag unterbrochen. Die in Kooperation mit der Ceske drahy (CD) angebotenen alex-Züge aus Deutschland enden bereits in Furth im Wald. Die Ceske drahy richtet einen Schienenersatzverkehr für die ausfallenden Züge zwischen Furth im Wald und Plzen ein.
Reisende werden gebeten bei Ihrer Reiseplanung mehr Zeit für die entstehenden Fahrzeitverlängerungen einzuplanen und gebeten bei Möglichkeit, alternative Reiseverbindungen zu nutzen.
Die Ermittlungen zum Unglück laufen
Die tschechische Eisenbahninspektion hat Ermittlungen aufgenommen, die Monate in Anspruch nehmen dürften. Zu dem Zusammenstoß kam es bei dem Dorf Milavce zwischen den Stationen Blizejov und Domazlice. Viele der Fahrgäste standen unter Schock und mussten psychologisch betreut werden. Sie kamen vorübergehend in einem Gemeindehaus unter, bevor ihre Weiterreise organisiert werden konnte.
Der Sachschaden geht nach ersten Schätzungen in die Millionen. Die Strecke muss voraussichtlich längere Zeit gesperrt bleiben. Seit Jahren wird über einen Ausbau der Bahnverbindung zwischen München und Prag gesprochen. Derzeit beträgt die Fahrzeit zwischen den beiden Städten, die nur knapp 300 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt sind, noch fast sechs Stunden.
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