Fragen & Antworten - Zum 20. September
Was man zur Wiesn wissen muss
Stand 16.09.25 - 14:26 Uhr
Der Ausnahmezustand über München bricht herein. Das 190. Oktoberfest steht an. Was man als Besucher wissen sollte.
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Oktoberfest 2025: Was wichtig ist
München (dpa) – Das 190. Oktoberfest naht. Zeit, sich Gedanken über einen Wiesn-Besuch zu machen. In welchem Zelt lässt es sich am besten feiern? Wie schmeckt das Wiesn-Bier? Und wie steht es um die Sicherheit? Fragen und Antworten rund um das wohl größte Volksfest der Welt.
Schottenhamel oder Käferzelt, Hofbräu oder Augustiner – Welches Zelt ist das richtige?
14 große Zelte gibt es auf dem Oktoberfest, dazu kommen die kleineren und die, die auf der Oidn Wiesn stehen. Doch wer glaubt, es sei egal, in welchem Zelt man auf der Wiesn feiert, der war wahrscheinlich noch nie da. «Diese Zelte sind ganz viele verschiedene Biotope», sagt der Autor Christian Rupprecht, der gerade das Buch «Inside Wiesn» auf den Markt gebracht hat. Untertitel: «Sag mir, wo Du trinkst, und ich sag Dir, wer Du bist!»
Die Spanne reicht – so beschreibt er es in seinem Buch – von traditioneller Beschaulichkeit im Augustiner-Zelt zu ausgelassener Partystimmung im Schottenhamel oder im Paulaner-Zelt, von der Luxusvariante im Käfer-Zelt bis zur «UN-Trachten-Hauptversammlung», wie Rupprecht es nennt, im Hofbräu-Zelt mit seinem internationalen Feierpublikum. «Das sind unterschiedliche Universen eigentlich», sagt er.
- Anzeige -Wie reserviert man einen Tisch?
Jetzt wohl gar nicht mehr. In den meisten Zelten sind die Tische vor allem für Abende und die Wochenenden schon seit dem Frühjahr ausgebucht, und auch die Sonder-Reservierungen für Münchner, die manche Zelte anbieten, waren in Rekordzeit weg. «Münchner Freunde anrufen, ob sie Anfang September noch schnell einen Tisch reservieren können – das ist ziemlich aussichtslos», sagt Wiesnbuch-Autor Rupprecht.
Die Wirte vergeben aber nicht alle Plätze. Wer gut zu Fuß ist, eilt morgens bei Festbeginn zum Zelt seiner Wahl. Keine gute Idee – eigentlich eines der No-Gos – ist es aber, viele tausend Euro bei Zweitanbietern auszugeben. Auch wenn die Wiesnwirte inzwischen gemeinsam und mit einer spezialisierten Anwaltskanzlei vorgehen, alle unseriösen Wucherangebote werde man wohl nicht finden können, befürchtet der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer.
Was sind die anderen absoluten No-Gos?
Wer im Zelt auf den Tisch steigt und dort eine Maß auf ex runterstürzt, kann sich einigermaßen sicher sein, dass es das Letzte ist, was er in diesem Zelt getan hat. Wer dabei erwischt wird, wird rausgeworfen – und muss woanders oder draußen weiterfeiern.
Eine No-Go-Area im wahrsten Sinne des Wortes ist der kleine Hang hinter den Zelten an der Westseite der Theresienwiese. Die Grünfläche mag verlockend sein, wenn Füße und Kopf schmerzen oder nach der fünften Maß Schwindel oder Müdigkeit einsetzen – aber die Fläche heißt bei den Münchnern nicht umsonst «Kotzhügel». Also Obacht.
Augustiner oder Löwenbräu, Hacker-Pschorr oder Spaten, Paulaner oder Hofbräu? Welches Bier schmeckt am besten?
Sechs Münchner Biere sind – bislang – zum Ausschank auf dem Oktoberfest zugelassen: Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Der Alkoholgehalt der Biere variiert von 5,9 bis 6,3 Prozent.
Welches der Wiesnbiere am besten schmeckt, ist nicht nur Geschmackssache, sondern vor allem eine Glaubensfrage. Das zeigt sich jedes Jahr während der Blindverkostung bei der offiziellen Wiesn-Bierprobe kurz vor dem Start des Oktoberfestes. Wer dort anfangs noch vollmundig behauptet, sein Lieblingsbier auf jeden Fall rausschmecken zu können, wird dort eines Besseren belehrt.
Das galt in diesem Jahr sogar für Wirtesprecher Inselkammer, der sich zum Schluss alles andere als sicher war, ob er richtig lag bei der Frage, welches der anonym getesteten Biere das ist, das in seinem Armbrustschützenzelt ausgeschenkt wird: «Das eigene – tatsächlich, glaube ich, habe ich mich da vertan», hatte er gesagt.
Wie teuer ist das Bier?
Das Bier auf der Wiesn wird wieder teurer: Zwischen 14,50 und 15,80 Euro soll die Maß auf dem Oktoberfest in diesem Jahr nach Angaben der Stadt kosten. Das sind im Schnitt 3,52 Prozent mehr als 2024. Damals kostete der Liter noch zwischen 13,60 und 15,30 Euro.
«Im internationalen Vergleich ist das Bier auf der Wiesn noch relativ günstig. Es gibt zum Beispiel in Las Vegas in einem großen bayerischen Wirtshaus die Maß Bier für 24 Dollar, aber da ist halt nicht dieselbe Stimmung wie auf der Wiesn», sagt Wirtesprecher Inselkammer.
Wer zählt überhaupt die Millionen Wiesn-Besucher?
Meist sind es nach offiziellen Angaben um die sechs Millionen Besucher. Zur bisherigen Rekord-Wiesn im Jahr 2023 kamen sogar 7,2 Millionen. Die Festleitung registriert dabei nicht jeden Gast einzeln. Die Zählung der Besucherscharen ist eine komplexe Sache. Erfahrungswerte fließen ebenso ein wie Hochrechnungen – und ein Teil der Aufgabe besteht in tatsächlichem Zählen. Zur Überprüfung der Schätzwerte werden weitere Parameter einbezogen, etwa die Menge des konsumierten Bieres. Auch der Verbrauch von Strom, Gas und Wasser fließt ein.
Dass die geschätzten Besucherzahlen allerdings ziemlich genau zutreffen, bestätigte 1997 eine einmalige Besuchererfassung per Radar. Die Zählung hatte damals Walter Weitmann, größter Wirt auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart, veranlasst. Er hatte die Wiesn-Zahlen als zu hoch angezweifelt. Die Radar-Erfassung ergab jedoch: Die Schätzzahlen der Wiesn-Festleitung waren eher zu niedrig.
Darf man auf der Wiesn eigentlich kiffen?
Natürlich nicht. Das ist schließlich immer noch Bayern. Der Freistaat hat das Kiffen auf Volksfesten und in Biergärten per Landesgesetz verboten.
Wie steht es um die Sicherheit?
«Derzeit liegen uns keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung vor», sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. «Auch in diesem Jahr setzen wir auf unsere bewährten Maßnahmen, um die Sicherheit auf der Theresienwiese und im Umfeld zu gewährleisten.» Will heißen: Der Zaun um die Wiesn bleibt, die Einlasskontrollen auch. Wer ein großes Gepäckstück dabeihat, muss das an einer der Aufbewahrungsstationen lassen und darf es nicht mit aufs Gelände nehmen.
Die «Wiesnwache» der Münchner Polizei wird unterstützt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, spezialisierten Taschendieb-Fahndern und internationalen Einsatzkräften, wie Herrmann sagt. Traditionell sind beispielsweise vor allem zum mittleren «Italiener-Wochenende» auch Polizisten aus Italien im Einsatz.
«Gerade die Anschläge in verschiedenen deutschen Städten in den vergangenen zwei Jahren haben deutlich gezeigt, dass es richtig und wichtig war, dass schon seit vielen Jahren die Sicherheitsinvestitionen und Vorkehrungen – etwa Poller und Absperrungen – gemeinsam mit der Landeshauptstadt München nochmals deutlich verstärkt wurden. Angesichts dieser Erfahrungen kann gegenwärtig darauf auch nicht verzichtet werden», sagt Herrmann.
Für Notfälle, Bedrohungen oder sexuelle Übergriffe unterstützen einige Zelte die «SafeNow»-App, mit der per Klick das Sicherheitspersonal gerufen werden kann. Nach Angaben von Wirtesprecher Inselkammer wurde die App in seinem Zelt im vergangenen Jahr vor allem von Bedienungen genutzt.
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