Gender-Debatte
Schulen lehnen Söders angekündigtes Gender-Verbot ab
Stand 06.12.23 - 14:03 Uhr
An Bayerns Schulen soll das Gendern verboten werden. So will es der Ministerpräsident. In der gerne zitierten Schulfamilie kommt Söders Vorstoß alles andere als gut an.
©shutterstock
Bildungsverbände kritisch angesichts des Gender-Verbots
München (dpa/lby) – Das angekündigte Gender-Verbot an Bayerns Schulen stößt bei Bildungsverbänden auf viel Kritik und Ablehnung. «Ein hartes Verbot neuer Schreibweisen halte ich (…) nicht für notwendig und zielführend. Es bestünde damit eher die Gefahr einer weiteren Spaltung und Polarisierung in der Schulgemeinschaft», sagte etwa der Vorsitzende des Philologenverbandes (bpv), Michael Schwägerl, am Mittwoch in München.
Der Vorsitzende des Realschullehrerverbandes (brlv), Ulrich Babl, erklärte: «An den bayerischen Realschulen ist Gendern kein nennenswertes Thema, eine Genderpflicht lehnen wir jedoch klar ab.»
- Anzeige -Der bayerische Lehrerverband betonte, ihn lasse «diese Stichelei gegen die Ampelregierung unbeeindruckt». Söder stelle nur «in populistischer Art die geltende Rechtslage dar, wonach Deutsch die Amtssprache in bayerischen Schulen und Behörden ist».
Gendern in Schulen und Verwaltung verboten
Söder hatte am Dienstag in seiner ersten Regierungserklärung der neuen Wahlperiode zur Überraschung vieler erklärt, in Bayern solle das Gendern in Schulen und in der Verwaltung verboten werden. Der Freistaat würde damit den gleichen Weg gehen wie einige andere Bundesländer. So werden etwa an Schulen in Sachsen und Sachsen-Anhalt Sonderzeichen für eine geschlechtsneutrale Sprache abgelehnt.
- Anzeige -Der bpv setze sich dafür ein, dass in bayerischen Schulen sorgfältig mit der deutschen Sprache umgegangen werde, so Schwägerl. «Das bedeutet, dass man offen für neue Formen ist, die zum Beispiel Frauen und Männer gleich behandeln, aber diese nicht vorschnell einführt, bevor sich die Sprechergemeinschaft dahinter stellt und ein klares Regelwerk entstanden ist.»
Wegen der wachsenden Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund sei für den Spracherwerb eine klare Orientierung notwendig. «Wer noch mit den drei grammatischen Geschlechtern und den richtigen Artikeln der deutschen Sprache kämpft, braucht keine zusätzlichen Schwierigkeiten.»
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