Oktoberfest 2025
Nach Oktoberfestsperrung: Könnte die Wiesn verlängert werden?
Stand 05.10.25 - 13:37 Uhr
Der Gastgewerbeverband Dehoga bringt nach der Oktoberfest-Sperrung am Mittwoch einen Extra-Tag ins Spiel. Der hat angesichts der Reaktionen von Wiesn-Wirten und Innenminister aber kaum Chancen.
© Shutterstoeck /Framalicious
Wenig Chancen für Wiesn-Verlängerung
München (dpa) – Nach der stundenlangen Sperrung des Oktoberfestes wegen einer Bombendrohung bringt der Gastgewerbeverband Dehoga eine Verlängerung der Wiesn ins Spiel. Darüber könne man nachdenken, es wäre auch ein Zeichen, dass man sich die Lebensfreude nicht verderben lasse, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Angesichts ablehnender und skeptischer Reaktionen ist eine Umsetzung aber äußerst unwahrscheinlich.
- Anzeige -Das sagen die Wiesn-Wirte und Wiesn-Chef dazu
Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) sieht wenig Chancen: «Eine spontane Wiesn-Verlängerung ist aus meiner Sicht unrealistisch», sagte der Münchner Wirtschaftsreferent zur dpa. «Von den Beschäftigten in den Bierzelten über die Schausteller bis hin zum Security-Personal ist alles bis Sonntag disponiert. Viele haben ab Montag wieder andere Verpflichtungen.»
Auch Wirte-Sprecher Peter Inselkammer sieht den Vorschlag kritisch und ist in seinem Urteil noch etwas klarer: «So kurzfristig ist das tatsächlich nicht möglich», sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR). «Für dieses Jahr können wir uns das nicht vorstellen.»
Mitarbeiter würden fehlen
Der Vorschlag sei «nicht die Entscheidung, die wir Wirte befürworten», sagte Inselkammer. «Wir haben ja laufende Arbeitsverträge, die Mitarbeiter sind ja meistens dann am nächsten Tag schon wieder weg.» Außerdem sei unklar, inwiefern Besucher das Angebot annehmen und auch am Montag noch einen Tisch reservieren würden.
Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist skeptisch. «Das ist eine Entscheidung der Stadt München. Ganz einfach wäre das nicht», sagte er dem BR.
Herrmann: Keine Risiken mehr
Die Wiesn sei «ein weltbekanntes Symbol für bayerische Gastfreundschaft, Lebensfreude und Zusammenhalt», betonte Geppert. Sorgen, dass Gäste nach der Bombendrohung am Mittwoch und der Überfüllung am Samstag fernbleiben, hat Geppert nicht. Das schnelle Handeln am Mittwoch habe bei den Gästen Sicherheit ausgestrahlt, ist er überzeugt. «Wenn es wieder offen ist, bin ich sicher, dass die Zelte wieder voll sind.» Auch er selbst werde dann wieder auf dem Festgelände sein.
Auch Innenminister Herrmann betonte, dass von den Geschehnissen am Mittwoch keine Risiken mehr blieben und der Donnerstag ein normaler Wiesn-Tag sei. Die Ermittlungen konzentrierten sich nun darauf, weiter das Motiv des Täters zu erforschen.
Wiesn könnte noch auskömmlich werden
Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Sperrung könne man noch nichts Genaueres sagen, heißt es vom Dehoga. Ein Tisch, der jetzt nicht belegt worden sei, sei natürlich nicht nachzuholen. Andererseits sei die Wiesn bisher «sehr gut» gewesen. Sie könne durchaus noch «auskömmlich» werden.
Das meist 16 Tage dauernde Oktoberfest ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Nach früheren Angaben der Landeshauptstadt München lässt ein durchschnittlicher Gast rund 90 Euro auf der Wiesn. Zusammen mit weiteren Ausgaben etwa für Übernachtungen habe der gesamte Wirtschaftswert des bekanntesten Volksfestes der Welt im vergangenen Jahr geschätzte 1,48 Milliarden Euro betragen.
Bis zur Halbzeit hatten 3,5 Millionen Menschen das Oktoberfest besucht, etwas weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rekord für die komplette Wiesn liegt bei 7,2 Millionen Besuchern.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Der Münchner Wohnungsmarkt ist für viele der Endgegner. Grund genug, endlich groß darauf aufmerksam zu machen, dachte sich unser Moderator Thommy Berglmeir.
Wende im Münchner Univiertel: Kioskbetreiber ziehen ihre Klagen zurück. Ab dem 4. September 2026 gilt ab 22 Uhr wieder ein striktes Bierverkaufsverbot.
Dekolleté-Eklat auf dem Oktoberfest: Auf Druck der Stadt München mussten die traditionellen Pappmaché-Figuren am Teufelsrad züchtig übermalt werden - aus Sorge vor einem Wiesn-Verbot
Waymo plant fahrerlose Taxis in München: Erste Testfahrten starten bald, der öffentliche Robotaxi-Dienst soll Ende 2027 folgen.
Freibier in der Bräurosl: Das Festzelt sorgt auf der Wiesn 2026 für das gewisse Extra.
Mondfinsternis über Bayern: Warum sich frühes Aufstehen diesmal lohnt
Im Tierpark Hellabrunn leben jetzt Kirk-Dikdiks. Die Mini-Antilopen sind am Isar-Eingang zu sehen.
Italien plant 75 Euro Strafe für Fußgänger mit Smartphone auf der Straße. Noch ist die Regel nicht beschlossen.
Trinkgeld per Karte sorgt für Kritik: Viele Gäste fühlen sich durch Bezahlterminals unter Druck gesetzt.
Die Wiesn 2026 in München ist einen Monat vor dem Start gut vorbereitet. SWM und MVG sichern Strom, Trinkwasser und die Anreise zur Theresienwiese.
DESK
Heute wird es in Bayern laut: Anlass ist der bundesweite Warntag.
Pendlerinnen und Pendler in München müssen sich in der zweiten Septemberwoche auf deutliche Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr einstellen
Im Landkreis Augsburg startet ein Test: Essen und Medikamente kommen bald per Drohne.
Ein Mittelamerikanischer Tapir ist neu in Hellabrunn. Der seltene Bewohner lebt jetzt im Nashornhaus und wird dort aktuell an seine neue Umgebung gewöhnt.
Explosion in Augsburg: Zwei Verletzte, Bahnhof zeitweise gesperrt, Züge fahren inzwischen wieder.
Trotz Insolvenz gibt es für 1860-Fans Hoffnung: Der Spielbetrieb läuft weiter - und auch das Löwen-Wappen ist zurück.
Neue Regeln im September 2026: Das ändert sich bei Steuer, Bahn, Warntag und Einkaufen.








