Gaspreise in Deutschland
Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme sinkt ab Oktober
Stand 30.09.22 - 11:08 Uhr
0
Ab Anfang Oktober gilt in Deutschland eine geringere Mehrwertsteuer auf Erdgas und Fernwärme - das soll bei voller Weitergabe der Unternehmen Verbraucher entlasten.
©shutterstock
Senkung von 19 auf 7 Prozent
Berlin (dpa-AFX) – Zur Abfederung der hohen Energiepreise fällt auf Erdgaslieferungen und Fernwärme ab Oktober weniger Mehrwertsteuer an. Der Bundestag beschloss am Freitag, dass der Steuersatz wegen der Energiekrise vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt wird. Das soll bis Ende März 2024 gelten. Die Gaspreise stiegen immer weiter, begründete Finanzminister Christian Lindner (FDP) die Steuersenkung. "Und der Staat darf nicht Profiteur davon sein, dass für die Menschen das Leben teurer wird."
- Anzeige -
Die Ampel-Koalition forderte die Energielieferanten auf, die Steuersenkung in voller Höhe an die Verbraucher weiterzugeben. "Dass sie an die Verbraucherinnen weitergegeben wird, das kann der Staat leider nicht garantieren", räumte die Finanzpolitikerin der Grünen, Katharina Beck, ein. "Und außerdem entlastet man diejenigen, die viel verbrauchen und tendenziell mehr Geld haben, als die, die wenig verbrauchen und tendenziell weniger Geld haben." Trotzdem sei das Gesamtpaket richtig.
Mehrere hundert Euro Entlastung
Nach Rechnung des Vergleichsportals Verivox müssten die Preise bei voller Weitergabe an die Verbraucher um 7,3 Prozent sinken. Für eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bedeute das eine Entlastung von 366 Euro im Jahr.
Die oppositionelle Union kritisierte, bei einer Verdrei- oder Vervierfachung des Gaspreises sei das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Unter dem Strich könne es sogar passieren, dass ein Haushalt selbst mit dem niedrigen Steuersatz durch die hohen Preise noch mehr Mehrwertsteuer zahle als zuvor bei niedrigen Preisen und höherem Steuersatz.
Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt, rund 14 Prozent der Haushalte, vor allem Mieter in Ostdeutschland, nutzen Fernwärme. Insgesamt nimmt der Staat nach Rechnung des Finanzministeriums durch die Steuersenkung bis 2024 rund 13 Milliarden Euro weniger ein.
- Anzeige -
Lindner verteidigt beschlossene Pakete
Ursprünglich war die Steuersenkung auf den Weg gebracht worden, damit der Staat nicht an der umstrittenen Gasumlage für alle Gaskunden mitverdient. Diese Umlage sollte helfen, angeschlagene Gasimporteure zu stützen, die ihr Geschäft bisher auf billiges russisches Gas aufgebaut hatten. Am Donnerstag beschloss die Bundesregierung jedoch, die Gasumlage zu kippen und die drei betroffenen Unternehmen auf anderem Weg zu stabilisieren. An der Mehrwertsteuersenkung hält die Ampel-Koalition trotzdem fest, um die Verbraucher weiter zu entlasten.
Lindner verteidigte auch das 200 Milliarden Euro schwere Hilfspaket, mit dem die Bundesregierung unter anderem Preisdeckel auf Strom und Gas finanzieren will. Es sei Deutschlands Antwort auf den Energiekrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Putin wolle den Wohlstand in Deutschland erschüttern, damit die Bürger weniger solidarisch mit der Ukraine seien. Doch damit werde er scheitern, betonte Lindner.
- Anzeige -
Fehlen jetzt Anreize zum Gassparen?
Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg kritisierte, zum jetzigen Zeitpunkt sei das von Kanzler Olaf Scholz "Doppelwumms" getaufte Paket "nichts anderes als ein Schuldenwumms". Denn was die Regierung damit finanzieren wolle, sei völlig unklar, es gebe keinerlei Kalkulation oder Berechnungsgrundlage.
Tatsächlich gibt es für die geplanten Preisdeckel noch kein Konzept. Eine Kommission soll die Gaspreisbremse Mitte Oktober entwickeln. Offen ist etwa, ob nur ein Grundverbrauch künstlich billig gehalten wird oder die gesamte Gasnutzung. Kritiker befürchten, dass es dann keinen Anreiz zum nötigen Gassparen mehr gibt.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
VW und Audi rufen fast eine Million Autos zurück. Prüft, ob euer Wagen wegen der Lenkung in die Werkstatt muss.
Krank nach der Wiesn? Die LMU erforscht die Wiesngrippe. So helft ihr mit und schützt euch vor Infekten.
Uli Hoeneß darf seine zwei Linden behalten. Doch der Nachbarstreit ist möglicherweise noch nicht vorbei.
Zwei Kellnerinnen handeln bei einem Notfall auf der Wiesn sofort - und helfen, einen 78-Jährigen wiederzubeleben.
München führt bei der Olympia-Bewerbung. Am 26. September fällt die Entscheidung des DOSB.
The Kolors bringen Italo-Pop und große Gefühle nach München - jetzt Tickets sichern!
Neue Wirte, neue Fahrgeschäfte, neue Ideen: Auf der Wiesn 2026 tut sich einiges. Beim Presserundgang der Stadt München wurde schon vor dem Start klar: Dieses Jahr gibt’s auf dem Oktoberfest viel Vertrautes - aber auch einige spannende Neuerungen.
Heute wird es in Bayern laut: Anlass ist der bundesweite Warntag.
Pendlerinnen und Pendler in München müssen sich in der zweiten Septemberwoche auf deutliche Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr einstellen
DESK
Nach der Wiesn sind noch zahlreiche Marken für Maßen und Hendl übriggeblieben? Das könnt ihr damit jetzt anstellen
Historischer Rekord auf dem Oktoberfest 2026: 7,4 Millionen Gäste feierten auf einer friedlichen Wiesn. Alle Infos, Zahlen & kuriose Fundstücke im Überblick!
Ayana auf dem Cover, zwölf Tierbilder im Kalender: Hier bekommt ihr den Hellabrunn-Kalender 2027 für zehn Euro.
Was bringt der Oktober 2026? Wir zeigen euch, was sich beim Tanken, im Alltag, bei digitalen Behördengängen und an Bahnhöfen ändert.
Die Wiesn ist zur Hälfte rum - die Stadt zieht Bilanz
München geht für Deutschland ins Olympia-Rennen. Nun richtet sich der Blick auf die internationale Vergabe.
Der Bundestag stimmt für den Tankrabatt. Was ab Oktober für Benzin und Diesel geplant ist.









