Aktualisiert: 18.11.2020 - 10:21

Plötzlich fällt ein tonnenschweres Betonteil auf die A3 bei Köln. Es stürzt auf ein Auto, die Fahrerin stirbt. Die Behörde spricht von einem «mit Absicht herbeigeführten Mangel».

Betonteil stürzt auf Wagen

Foto: Feuerwehr Köln/dpa

Köln (dpa) - Nach dem tödlichen Unfall mit einer Betonplatte aus einer Lärmschutzwand auf der A3 bei Köln geht Straßen.NRW von einem «mit Absicht herbeigeführten Mangel» aus.

Bei der Montage 2007 sei die Platte aus Platzgründen nicht fachgerecht angebracht worden, teilte der Landesbetrieb nach ersten Untersuchungen am Dienstag mit.

Der Unfall ist wegen einer Fehlkonstruktion passiert

Nach dpa-Informationen gehen die Experten nicht von kriminellem Vorsatz, sondern einer bewussten Improvisation aus. Da beim Einbau offenbar etwas nicht passte, wurde es nach ersten Erkenntnissen mit Absicht und ohne Rücksicht auf bauliche Vorgaben passend gemacht. Damit sollte offensichtlich ein Höhenunterschied bei der Montage überbrückt werden, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs am Mittwoch. 

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Die Fehlkonstruktion konnte bei Kontrollen nicht gesehen werden

Die Betonplatte hatte sich am Freitag gelöst und war auf das Auto einer 66-jährigen Kölnerin gestürzt, die noch am Unfallort starb. Den Angaben des Landesbetriebs zufolge war die Platte bereits bei der Montage im Jahr 2007 nicht richtig verankert worden. Demnach war eine angeschweißte Schraube nicht geeignet, die Zugkräfte des vier bis fünf Tonnen schweren Teils aus Stahlbeton aufzufangen.

Die Konstruktion, die ein beauftragtes Unternehmen vorgenommen habe, entspreche nicht den vorherigen Plänen, so die Straßenbaubehörde. Straßen.NRW wies zudem daraufhin, dass der Baumangel aufgrund seiner verdeckten Lage bei Kontrollen nicht auffallen konnte.

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Könnten andere Betonplatten betroffen sein?

Es sei nicht davon auszugehen, dass bei ähnlichen Bauwerken akute Gefahr bestehe, hieß es am Dienstag weiter .Die gleiche Konstruktion sei an sechs weiteren Lärmschutzplatten verbaut worden, die nun schnellstmöglich ausgebaut werden. Bis es soweit ist, sollen die beiden äußeren Fahrspuren gesperrt bleiben. Gleichwohl überprüfe die Behörde, ob es weitere Lärmschutzwände mit ähnlichen Konstruktionen in NRW gibt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet - zunächst gegen unbekannt.