Bundesliga Saison-Auftakt
Wieder Fans in den Fußball-Stadien? Die Entscheidung ist gefallen
Stand 15.09.20 - 18:21 Uhr
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Wochenlang wurde kontrovers über eine bundeseinheitliche Lösung bei der Rückkehr der Fans in Stadien und Hallen diskutiert. Nun ist ein Kompromiss gefunden worden, mit dem der Sport vorerst gut leben kann.
© Foto: shutterstcok (Archivbild)
Länder einigen sich auf sechswöchigen Testbetrieb
Frankfurt/München (dpa) – Die Zeit der Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga und den anderen großen Profiligen ist vorerst vorüber.
- Anzeige -Die Länder einigten sich am Dienstag in einer Videoschalte auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in die Fußballstadien und Sporthallen. In einer sechswöchigen Testphase ist zunächst eine Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Kapazität erlaubt. Ende Oktober soll die Lage neu bewertet werden. «Es soll eine Art Experiment werden, ein Probestart», kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an.
Gemeinsame Linie aller Bundesländer
Vor der Sitzung hatte er seine Forderung nach einer gemeinsamen Linie erneut bekräftigt. «Es kommt darauf an, dass wir eine einheitliche Regelung bekommen», sagte Söder am Rande einer Klausurtagung der CSU-Fraktion im Landtag in München. Alles andere wäre «für die Liga und die Akzeptanz sehr schwierig». Zudem gehe es nicht nur um Fußball, sondern auch um Volleyball, Handball, Basketball oder Eishockey.
- Anzeige -Die von den Chefs der Staatskanzleien beschlossene Teilzulassung von Zuschauern unter Corona-Bedingungen verschafft dem gesamten Profisport bessere wirtschaftliche Perspektiven bei der Bewältigung der Corona-Krise.
Startet die Bundesliga mit Fans an diesem Wochenende?
Zudem steht nun einem stimmungsvollen Saisonauftakt in der Fußball-Bundesliga an diesem Wochenende nichts mehr im Wege. Allerdings ist offen, ob alle Vereine die Freigabe wegen der Kurzfristigkeit noch umsetzen können. Bereits am Freitagabend eröffnet Rekord-Champion Bayern München gegen den FC Schalke 04 die Spielzeit 2020/21.
Vier Clubs spielen bereits vor Fans
Immerhin vier Clubs hatten bereits zuvor von den zuständigen Gesundheitsämtern grünes Licht für einen Saisonstart vor Zuschauern erhalten. Für die Partien Werder Bremen gegen Hertha BSC und RB Leipzig gegen FSV Mainz 05 wurden jeweils 8.500 Besucher zugelassen – in beiden Fällen das entspricht rund 20 Prozent des Stadion-Fassungsvermögens.
- Anzeige -Eintracht Frankfurt darf gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld von 6.500 Fans unterstützt werden, der 1. FC Union Berlin erhielt für die Partie gegen den FC Augsburg die Freigabe für 5.000 Personen im Stadion an der Alten Försterei.
Fan-Entscheidung früher als geplant
Bislang war eine bundeseinheitliche Regelung bei der Fan-Rückkehr in die Stadien erst im Laufe des Oktobers erwartet worden. Die Ministerpräsidenten der Länder hatten nach ihrer Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine Einigung erzielen sollte.
Doch der Druck, gemeinsam vorzugehen, war in den vergangenen Wochen auch aufgrund der unterschiedlichen Beschlüsse der lokalen Gesundheitsbehörden weiter gestiegen.
- Anzeige -Auch 7-Tage-Inzidenz maßgeblich für Fan-Rückkehr
Die lokalen Gesundheitsbehörden hätten auch weiterhin das letzte Wort bei der Teilzulassung von Zuschauern. Dabei müsse das aktuelle regionale Pandemiegeschehen berücksichtigt werden.
Maßgeblich seien dafür die Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Liegt die Sieben–Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer gleich 35 und ist das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar, erfolgt in der Regel keine Freigabe für die Fans.
Stehplätze oder Sitzplätze für die Fans?
Die Deutsche Fußball Liga hatte am vergangenen Freitag beschlossen, dass bei den Spielen der Bundesliga und der 2. Bundesliga an den ersten sechs Spieltagen in Ausnahmefällen auch Stehplätze in den Stadien besetzt werden dürfen, falls die Anzahl der Sitzplätze unter der freigegebenen Zuschauerzahl liegt.
- Anzeige -Maskenpflicht im Fußball-Stadion
Laut Söder müsse man nun einige Wochen lang beobachten, ob die einheitliche Regelung in der Praxis funktioniere. «Und dann werden wir sehen, ob man sich daran hält oder nicht.»
Klar sei: Es brauche eine Maskenpflicht zumindest bis zum Platz, es brauche Abstand und Hygienemaßnahmen. Und auch der Zugang in die Stadien müsse sauber geregelt werden.
«Ich sage Ihnen ganz offen, ich hätte noch ein halbes Jahr ohne Zuschauer locker aushalten können», sagte Söder. Er spüre aber «den tiefen Wunsch vieler Menschen danach». Deswegen müsse man die Wünsche und die Sicherheitsinteressen in eine vernünftige Balance bringen.
So viele Zuschauer könnten bald wieder in der Allianz Arena zugelassen werden
Die Grenze liegt oberhalb einer Zahl von 1000 Zuschauern bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität. Für die Allianz Arena in München könnte das bedeuten: rund 15.000 Fans könnten wohl pünktlich zum Bundesliga-Auftakt wieder live im Stadion dabei sein.
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