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Coronavirus in Bayern

Friseure, Gastro und Kultur: Söder plant Lockerungen noch diese Woche

Aktualisiert 07.02.2022 - 13:00 Uhr

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Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Bayern weiter. Während Gesundheitsämter mit der Meldungsflut ringen, wird weiter kontrovers über Lockerungen diskutiert. Ministerpräsident Markus Söder verlangt dazu vom Bund einen Stufenplan.

Friseure, Gastro und Kultur: Söder plant Lockerungen noch diese Woche
Foto: Peter Kneffel/dpa

Söder spricht sich für Stufenplan mit Lockerungen aus

Berlin/München – Bei steigenden Infektionszahlen geht die Debatte um Lockerungen der Corona-Beschränkungen weiter. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warb erneut für Öffnungsschritte und forderte einen Stufenplan vom Bund. «Der konsequente Einsatz von FFP2-Masken erlaubt die Rücknahme von Kontaktbeschränkungen», schrieb Söder am Sonntag auf Facebook. «Dazu muss der Bund einen Stufenplan vorlegen.»
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«Der konsequente Einsatz von FFP2-Masken erlaubt die Rücknahme von Kontaktbeschränkungen», schrieb Söder am Sonntag auf Facebook. «Dazu muss der Bund einen Stufenplan vorlegen.»

Voraussetzung sei, dass die Kliniken nicht überlastet würden, betonte Söder. «Wenn wir uns sicher sein können, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, dürfen Freiheitsrechte nicht mehr wie in anderen Phasen der Pandemie zurückstehen. Die Menschen haben ein Recht darauf, dass wir schon jetzt Perspektiven für Erleichterungen entwickeln.»

Diese Maßnahme will Bayern wohl schon diese Woche lockern

Söder will Corona-Sperrstunde in Gastronomie aufheben

Gaststätten in Bayern sollen nach Worten von Ministerpräsident Markus Söder künftig wieder ohne coronabedingte Zeitbegrenzung öffnen dürfen. Die Sperrstunde – aktuell noch 22.00 Uhr – soll aufgehoben werden. Das kündigte der CSU-Vorsitzende am Montag in einer Videoschalte des CSU-Vorstands an, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

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Söder will mehr Zuschauer für Sport- und Kulturevents

Bei Sport- und Kulturveranstaltungen in Bayern sollen in Kürze noch mehr Zuschauer zugelassen werden. Bei Sportveranstaltungen soll demnach wieder eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt werden – in Stadien und bei großen Sportveranstaltungen liegt die Grenze aktuell bei 25 Prozent. Zudem soll laut Söder dann eine maximale Obergrenze von 15 000 Zuschauern gelten (aktuell sind es 10 000).

Bei Kulturveranstaltungen soll wieder eine Auslastung von bis zu 75 Prozent erlaubt werden – aktuell sind es höchstens 50 Prozent. In beiden Bereichen soll es aber bei der 2G-plus-Regel und FFP2-Maskenpflicht bleiben

Söder will Rückkehr zu 3G bei Friseuren und Fußpflege

Körpernahe Dienstleistungen wie Friseure oder Nagelstudios sollen in Bayern künftig auch wieder für Besucher mit einem negativen Corona-Test möglich sein. Es soll hier wieder die 3G-Regel gelten, kündigte CSU-Chef Markus Söder am Montag an. Damit dürften auch Ungeimpfte oder Personen, die keinen Genesenen-Nachweis haben, wieder die Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Aktuell gilt hier noch die 2G-Regel.

Geteilte Meinungen zu Öffnungen

In der Berliner Ampel-Regierung gibt es unterschiedliche Meinungen über Öffnungen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) sehen die Zeit dafür noch nicht gekommen. Die FDP dringt dagegen auf rasche Öffnungsschritte.

Auf Twitter schrieb Söder weiter, es brauche bei Omikron eine kluge Politik «mit Vorsicht und Hoffnung». Bei Kultur, Sport und Handel sollten weitere Öffnungsschritte angegangen werden, wenn die Krankenhaus-Zahlen stabil blieben. «Nach zwei Jahren mit #Corona wünschen wir uns alle Hoffnung: Wir können in der #Omikron-Wand eine Tür öffnen und vielleicht den Weg von der Pandemie in die Endemie gehen.»

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Inzidenz steigt – Intensivbetten-Auslastung jedoch nicht

Die Corona-Inzidenz in Bayern erreichte am Sonntag erneut einen Höchststand. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin meldete 1756,0 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Das sind 14,8 mehr als am Samstag. Der Anstieg fiel damit geringer aus als in den Vortagen. Allerdings wird am Wochenende oft weniger gemeldet als unter der Woche. Bayern liegt weiter deutlich über dem Bundesschnitt. Für Deutschland gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit 1400,8 an.

Auf den bayerischen Intensivstationen zeichnete sich trotz der sich weiter aufbauenden Omikron-Welle eine leichte Entspannung ab. Dort wurden am Sonntag laut bundesweitem Intensivregister (Stand: 9.05 Uhr) 322 Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt – 13 weniger als am Vortag. Die Werte sanken damit erneut leicht.

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Lockerungen bei stabiler Krankenhauslage

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner warnte in der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag) dennoch vor schnellen Lockerungsschritten. Man könne über diese zwar jetzt nachdenken, «aber realisieren sollte man sie jetzt noch nicht», sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Bis mindestens April seien hohe Inzidenzen zu erwarten. «Zwar gibt es bei Omikron nicht so schwere Verläufe, aber immerhin sind es trotzdem 0,5 Prozent der Neuinfizierten, die rein statistisch gesehen schwer erkranken.»

Die Auslastung der Intensivbetten sei «nicht die ganze Wahrheit», betonte Wendtner. «Denn bei Omikron sind stattdessen im hohen Maße eben die Normalstationen gefordert.» Auch dort gebe es begrenzte Kapazitäten.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte Söders Vorschlag zu einem Stufenplan unterstützt. «Wenn wir die gegenwärtige Situation über das Maximum der Infektionszahlen hinweg halten können, ist uns der Weg für weitere Erleichterungen eröffnet», sagte er der «Augsburger Allgemeinen». Die Situation in den Krankenhäusern müsse genau beobachtet werden. Momentan gebe es dort ein stabiles Bild trotz explodierender Infektionszahlen, sagte der Minister. Allerdings habe die Pandemie gelehrt, «dass wir nicht zu voreilig sein dürfen und wir unsere Situation nicht immer mit anderen Ländern vergleichen können.»

Mit Material der dpa

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