Eilmeldung
Nach Gedränge am Samstag: Stadt München verschärft Wiesn-Sicherheitskonzept
Stand 06.10.25 - 10:22 Uhr
Kein Vor, kein Zurück, Angst bei einigen Besuchern: Nach der zeitweisen Schließung des überfüllten Oktoberfestgeländes am vergangenen Samstag, gibts jetzt neue Regeln.
Voll ist es auf der Wiesn oft – zum Tischwechsel ging vergangen Samstag nun kurzzeitig nichts mehr. Foto: Felix Hörhager/dpa
Nach Überfüllungs-Chaos auf der Wiesn: Sofortmaßnahmen angekündigt
Gezieltes Crowdspotting, Echtzeit-Besuchermessung und neue Lautsprecherdurchsagen sollen Gedränge verhindern
München – Nach der punktuellen Überfüllung am Samstag, 27. September 2025, auf der Wirtsbudenstraße der Theresienwiese zieht die Stadt Konsequenzen. Auch wenn es laut Angaben des Referats für Arbeit und Wirtschaft keine medizinischen Notfälle gab, wurde deutlich: Die bisherigen Maßnahmen des Sicherheitskonzepts reichen nicht aus, um kurzfristige Menschenansammlungen zuverlässig zu erkennen und zu steuern.
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Diese Maßnahmen gelten ab sofort
Festleiter Dr. Christian Scharpf kündigte am Dienstag konkrete Sofortmaßnahmen an:
Gezieltes Crowdspotting
Ab Donnerstag kommt eine gezielte Beobachtung und Analyse der Menschenmengen in besonders frequentierten Bereichen zum Einsatz. Ziel: Gefahren frühzeitig erkennen und Maßnahmen schneller einleiten.
Neue, mehrsprachige Lautsprecherdurchsagen
Eigens geschulte Sprecher mit Zugang zu den Livecams sollen künftig besser auf das aktuelle Geschehen reagieren können. Der Einsatz dieser neuen Durchsagen beginnt ebenfalls ab Donnerstag – und soll dauerhaft bleiben.
Gemeinsamer Beobachtungsraum im Servicezentrum
Die Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden wird intensiviert. Ein gemeinsamer Raum soll helfen, Informationen schneller auszutauschen und effizienter zu reagieren.
Bessere Einbindung der Wiesn-Beschicker
Zelte, Buden und Schausteller sollen frühzeitiger informiert und in die Kommunikation mit Gästen eingebunden werden – etwa über Lautsprecherdurchsagen oder Hinweise für ihre Mitarbeitenden.
Ab 2026: Echtzeitmessung der Besucherzahlen
Bislang wurden die Zahlen nur im Nachgang anhand von Mobilfunkdaten analysiert. Künftig soll eine Echtzeitmessung eingeführt werden, um konkrete Besucherzahlen jederzeit abrufen zu können – für bessere Steuerung und Information.
Polizei verstärkt Präsenz – Kommunikation zu Zeltsituation wird ausgeweitet
Außerdem wird die Polizei ihre Präsenz auf dem Festgelände nochmals verstärken. Die Stadt wird zudem auf Website und Instagram stärker kommunizieren, dass es an den letzten Wiesntagen (Do–Sa) ohne Reservierung keine Plätze mehr in den großen Zelten gibt – wohl aber in den Biergärten, auf der Oidn Wiesn und in der Schaustellerstraße.
Scharpf: „Wir werden alles tun, damit sich das nicht wiederholt“
„Ich bedauere sehr, dass sich viele Menschen am Samstag nicht sicher gefühlt haben. Auch wenn am Ende niemand verletzt wurde, müssen wir künftig schneller auf plötzlich entstehende Menschensammlungen reagieren“, so Scharpf. „Die richtigen Maßnahmen wurden getroffen – aber zu spät. Jetzt ziehen wir die Konsequenzen.“
Münchner OB bittet nach Wiesn-Überfüllung um Entschuldigung
Drei Tage nach der zeitweisen Schließung des überfüllten Oktoberfestgeländes hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter um Entschuldigung gebeten. «Ich will mich ausdrücklich entschuldigen bei denjenigen, die beispielsweise mit Kindern einfach in Panik geraten sind und sich einfach absolut unwohl gefühlt haben, einfach unsicher gefühlt haben», sagte der SPD-Politiker in einem auf Instagram veröffentlichten Video. «Das darf eigentlich so nicht vorkommen.»
Am Samstag war der Andrang auf das Oktoberfest so groß, dass das Gelände wegen Überfüllung gesperrt wurde. Zum Tischwechsel um 17.00 Uhr hatten sich die Besucherströme geballt. Dadurch waren so viele Menschen – etwa 300.000 – gleichzeitig auf der Theresienwiese, dass es an einigen Stellen weder vor noch zurückging. Etwa eine halbe Stunde lang wurde das Gelände deshalb für Neuankömmlinge abgeriegelt. Viele Besucherinnen und Besucher berichteten von Angst im Gedränge. Erst nach etwa einer Stunde entspannte sich die Lage.
«Wir hatten einfach Glück»
Trotz Kritik am Vorgehen der Sicherheitsbehörden und der Festleitung am Samstag hatte sich Reiter auf Nachfrage zunächst nicht zu dem Vorfall äußern wollen. In der Videobotschaft wurde er nun deutlich: «Gott sei Dank ist niemand wirklich ernsthaft zu Schaden gekommen», sagte Reiter. «Wir hatten einfach Glück.» Aufs Glück dürfe man sich bei den weiteren Festtagen aber nicht verlassen.
Festleitung und Sicherheitsbehörden hätten noch am Samstagabend mit der Aufarbeitung des Geschehens begonnen – unter anderem auch mit der Frage, warum Durchsagen zunächst nur auf Deutsch zu hören waren.
Reiter will bessere Besucherlenkung auf dem Oktoberfest
«Und wir müssen natürlich viel besser steuern, wie viele Menschen wir wirklich auf die Wiesen lassen, bevor wir die Wiesen absperren», sagte Reiter. «Gleichzeitig muss man sich überlegen, was passiert dann mit den Menschen, die dann nicht mehr auf die Wiesen reinkommen, aber zum Beispiel eine teure Reservierung haben. Die wollen natürlich unbedingt rein. Das heißt, da muss uns was einfallen. Da muss man die Besucherströme besser lenken, als es offenbar am letzten Samstag gelungen ist.»
Jetzt müsse «alles getan werden», damit sich der Vorfall vom Samstag nicht wiederhole, sagte Reiter. In der Nachbetrachtung des Fests solle dann «ein deutlich besseres Konzept aufgestellt» werden. Wiesn-Chef Christian Scharpf wollte sich am Dienstagnachmittag bei einem Pressetermin zu Anpassungen beim Sicherheitskonzept für das Oktoberfest äußern.
Ziel: Sicherheit & Erlebnis in Balance bringen
Die Stadt will mit den angekündigten Schritten eine Balance finden zwischen Sicherheit und Festfreude. Klar ist aber auch: Ohne mehr Steuerung und klare Regeln wird es an gut besuchten Tagen in Zukunft keine Entspannung geben. Die angekündigte Echtzeitbesuchermessung könnte dabei künftig ein zentrales Instrument sein, um frühzeitig auf Überfüllung zu reagieren und zu informieren.
Das ist am Samstag passiert
Zwischen den großen Festzelten – Augustiner, Hacker, Schottenhamel und Bräurosl – kam es innerhalb kürzester Zeit zu einem starken Gedränge. Die Festleitung reagierte mit Sofortmaßnahmen: Eingänge wurden gesperrt und Durchsagen verlesen, um die Ströme zu lenken. Dennoch zeigte die Analyse im Nachgang: Die Maßnahmen kamen zu spät, und insbesondere die ersten Durchsagen waren nicht optimal.
Eine genaue Ursache für die Stauung konnte auch nach Sichtung aller Videoaufnahmen nicht festgestellt werden. Klar ist nur: Es waren außergewöhnlich viele Besucher auf dem Gelände, viele versuchten offenbar gleichzeitig, nach dem Reservierungswechsel in die geschlossenen Zelte zu gelangen.
Mit Material der dpa
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