Wegen Corona-Krise
Flughafen München: Vorerst keine dritte Startbahn
Stand 16.09.20 - 17:01 Uhr
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Die Corona-Krise hat Airlines und Flughäfen in eine beispiellose Krise gestürzt. Ministerpräsident Söder verkündet nun überraschend Konsequenzen für die jahrelangen Startbahn-Planungen in München. Mehr Infos hier.
Foto: Pixabay
Söder legt Planungen bis 2028 auf Eis
München (dpa / 95.5 Charivari) – Am Münchner Flughafen wird es mindestens auf absehbare Zeit keine dritte Startbahn geben. Angesichts der massiven Einbrüche im Luftverkehr wegen der Corona-Krise kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch an, die Planungen für weitere fünf Jahre und damit bis 2028 auf Eis zu legen.
- Anzeige -"In meiner Amtszeit wird die dritte Startbahn nicht mehr kommen", sagte Söder in seiner Grundsatzrede auf der CSU-Fraktionsklausur im Landtag in München – er peilt zwei Legislaturperioden als Regierungschef an.
Das sind die Gründe für das Startbahn-Aus
Söder begründete seine Entscheidung anschließend mit den heftigen Einbrüchen im Luftverkehr wegen der Corona-Krise. Man werde auf ganz lange Zeit nicht annähernd an die Fluggastzahlen wie vor der Krise herankommen, geschweige denn diese steigern. Es sei deshalb "illusorisch" zu glauben, dass die dritte Startbahn in den nächsten Jahren benötigt würde.
Zudem hätten Klimaschutz und Fliegen künftig eine andere Balance, Flugverhalten verändere sich, innerdeutsch werde man künftig mehr auf die Bahn setzen. Seine Entscheidung sei deshalb eine Frage der wirtschaftlichen und ökologischen Glaubwürdigkeit.
- Anzeige -Dritte Startbahn schon immer heftig umstritten
Der seit vielen Jahren lange geplante Bau der dritten Startbahn war schon immer heftig umstritten – auch zwischen den Regierungspartnern in Bayern. In ihrem Koalitionsvertrag im Herbst 2018 hatten sich CSU und Freie Wähler deshalb darauf verständigt, die Planungen bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode 2023 nicht weiterzuverfolgen.
Söder selbst hatte vor der Landtagswahl 2018 noch erklärt, er wolle die dritte Startbahn – aber ohne Hektik, sondern dann, wenn es nötig sei. Damals argumentierte er, die Startbahn solle 2025 fertig sein – denn ab diesem Zeitpunkt würde sie nach allen Prognosen gebraucht.
Tatsächlich verzeichnete der Münchner Flughafen vor der Corona-Krise quasi jedes Jahr Passagierrekorde. Und auch die Zahl der Starts und Landungen, die entscheidend für die Auslastung des Airports ist, nahm im vergangenen Jahr zu und näherte sich allmählich wieder dem bisherigen Rekordjahr 2008 mit 432 000 Starts und Landungen an.
Die Corona-Krise aber hat alle Zukunftsprognosen für die Branche massiv verdunkelt. Der Luftverkehr ist drastisch eingebrochen und hat Airlines und Flughäfen in eine beispiellose Krise gestürzt. Viele Unternehmen können derzeit nur mit staatlichen Finanzhilfen überhaupt überleben. Und eine schnelle Erholung ist aktuell nicht in Sicht.
- Anzeige -Planungen liegen bereits länger auf Eis
Die Planungen für den Bau der dritten Startbahn liegen schon seit 2012 auf Eis. Damals hatten die Münchner Bürger das Projekt in einem Bürgerentscheid abgelehnt. Die Landeshauptstadt ist neben dem Bund und Bayern einer der drei Flughafen-Gesellschafter – ohne deren Zustimmung kann die Startbahn nicht gebaut werden. Es gäbe allerdings Wege, etwa durch die Umwandlung der Flughafen-GmbH in eine Aktiengesellschaft, die Stadt zu umgehen – was CSU und Freie Wähler in ihrem Koalitionsvertrag aber ebenfalls ausgeschlossen haben.
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