Aktualisiert: 18.05.2022 - 16:00

Über einen Monat lang unterrichtete ein 23-Jähriger als Lehrer an einer Münchner Schule. In Gesprächen mit verschiedenen Eltern machte er jedoch fragliche Aussagen über seinem Lebenslauf. Am Ende sind es dann die Eltern, die das Lügengebilde des Betrügers zu Fall bringen.

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Eltern überführen Lehramt-Betrüger

Im Landkreis München haben Eltern von Schülern einen angeblichen Lehrer überführt, der sich vom 5. April bis zum 16. Mai 2022 als Lehrer an einer Schule in Pullach ausgegeben hatte. Jedoch hat der 23-Jährige nie ein Lehramt-Studium oder eine ähnliche Ausbildung abgeschlossen. Zu Beginn dieser Woche wurde der Betrüger dann von der Polizei festgenommen. Die Anstellung als Lehrer bekam er, indem er unter anderem seinen Lebenslauf gefälscht hat.

Zudem machte er in mehreren Gesprächen mit verschiedenen Eltern fragwürdige Aussagen über seine Vergangenheit. Er erzählte ihnen zum Beispiel, dass er an der Elite-Universität Harvard studiert hat und dass der heutige britische Premierminister Boris Johnson ihn für eine Ehrendoktorwürde vorgeschlagen habe. Diese Angaben wurden anschließend von den Eltern im Internet nachrecherchiert. Hierbei ergaben sich jedoch einige Widersprüche, weshalb eine Mutter aus dem Landkreis München gegen den jungen Mann bei der Polizei Anzeige erstattete. 

Nicht der erste Betrugsversuch

Als der 23-Jährige dann in Pullach auf dem Pausenhof von der Polizei aufgesucht wurde, gestand er seine Schuld. Zusätzlich wurden vermehrt tatrelevante Dokumente und Unterlagen gefunden, die seine Lügen belegen. 

Zuvor hatte sich der angebliche Lehrer bereits im Februar an einer Schule im Landkreis Starnberg beworben. Seine Zeugnisse wurden dort allerdings ziemlich schnell als Fälschungen identifiziert. Ermittelt wird gegen den Mann jetzt wegen Betruges, Urkundenfälschung und des Missbrauchs von Titeln.