Drohnen-Alarm am Flughafen München
Nach mehreren Drohnensichtungen: Alle wichtigen Fragen und Antworten im Überblick
Stand 06.10.25 - 14:43 Uhr
Unbemannte Flugobjekte stören wieder den Betrieb am Münchner Flughafen – und sorgen für Flugausfälle, Polizeieinsätze und jede Menge offene Fragen. In unserem großen FAQ erklären wir, warum Drohnen so gefährlich sind, wie sie erkannt werden und welche Technik zu ihrer Abwehr eingesetzt wird.
Am Freitagabend mussten etliche Flugzeuge am Boden bleiben. Foto: Enrique Kaczor/onw-images/dpa
Drohnen-Alarm am Flughafen München: Was ihr jetzt wissen müsst
Gleich mehrfach musste der Flughafen München zuletzt seinen Betrieb unterbrechen – Grund waren Sichtungen unbemannter Flugobjekte im sensiblen Bereich der Landebahnen. Tausende Reisende saßen fest, Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen. Doch warum stellen Drohnen so ein großes Risiko dar? Und was wird dagegen unternommen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Drohnen und die Sicherheitslage am Münchner Flughafen.
- Anzeige -Allgemeine Fragen zum Thema Drohnen am Flughafen München
Warum sind Drohnenflüge in der Nähe des Flughafens München ein Problem?
Drohnen sind im Luftraum rund um Flughäfen extrem gefährlich – und zwar aus mehreren Gründen: Sie können Piloten während Start oder Landung irritieren, technische Systeme stören oder im schlimmsten Fall sogar mit Flugzeugen kollidieren. Schon eine einzige Sichtung reicht aus, um den Flugverkehr aus Sicherheitsgründen vorübergehend zu unterbrechen.
Wie häufig kommt es zu Drohnensichtungen oder -einsätzen am Münchner Flughafen?
Diese Frage ist bislang noch offen. Allerdings zeigen aktuelle Zahlen der Deutschen Flugsicherung einen klaren Trend: Die Zahl der Drohnenvorfälle in Deutschland ist deutlich gestiegen – von 99 im Jahr 2023 auf bereits 144 bis August 2025.
Was passiert, wenn eine Drohne im Flughafengelände gesichtet wird?
Sobald eine Drohne im Umfeld des Flughafens gesichtet wird, greifen umfangreiche Sicherheitsprotokolle. Starts und Landungen werden verschoben oder gestoppt, die Bundes- und Landespolizei durchsuchen Gelände und Luftraum – oft auch mit Hubschraubern.
Welche Auswirkungen können Drohnen auf den Flugverkehr haben?
Sperrungen, Verspätungen, Umleitungen – wie zuletzt am Münchner Flughafen – sind direkte Folgen. Hunderte Flüge können betroffen sein, mehrere tausend Reisende stranden. Im schlimmsten Fall besteht auch die Gefahr eines Unfalls.
Sicherheits- und Abwehrmaßnahmen
Welche Maßnahmen ergreift die Flughafenleitung bei einer Drohnensichtung?
Drohnenabwehr ist ein technisches und logistisch anspruchsvolles Thema. Neben der Polizei kommen auch spezialisierte Technologien zum Einsatz:
- GPS-Störungen: Die Drohne weiß nicht mehr, wo sie ist.
- Elektromagnetische Impulse: Bringen die internen Sensoren aus dem Gleichgewicht.
- Netz-Kanonen: Fangen die Drohne physisch ein.
- Ein einfacher Abschuss mit Waffen gilt als zu ungenau und gefährlich – auch wegen möglicher Trümmer.
Wie funktioniert die Drohnenerkennung am Münchner Flughafen?
Hierzu gibt es noch keine offiziellen Details.
Welche Technologien kommen zur Drohnenabwehr zum Einsatz?
Wie oben beschrieben: Netzwerfer, digitale Störsender, elektromagnetische Wellen. Diese Methoden gelten als kostengünstiger und effektiver als das Abschießen.
Arbeiten Polizei und Flughafen zusammen beim Drohnen-Alarm?
Ja. Polizei, Flugsicherung, Flughafenbetreiber und auch private Drohnenhersteller wie DJI arbeiten gemeinsam daran, solche Zwischenfälle zu verhindern – etwa durch sogenannte „Geo-Zonen“, die Flüge in sensiblen Bereichen automatisch verhindern.
Was passiert mit Flugzeugen, wenn eine Drohne in der Nähe gesichtet wird?
Je nach Lage werden Anflüge unterbrochen, Maschinen umgeleitet oder bereits gestartete Flüge aus Sicherheitsgründen gestrichen.
Ist es legal, in der Nähe des Flughafens München eine Drohne zu fliegen?
Nein – das ist streng verboten. Handelsübliche Drohnen erkennen sogenannte „No-Fly-Zones“ automatisch und verweigern den Start oder Flug in diese Gebiete. Wer das System manipuliert, handelt bewusst illegal.
Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Drohnenflugregeln?
Bei vorsätzlicher Störung des Flugverkehrs drohen empfindliche Geld- oder sogar Haftstrafen.
Was gilt als „Sicherheitsbereich“ oder Flugverbotszone rund um den Flughafen?
Auch diese Information ist derzeit nicht im Detail verfügbar. Grundsätzlich sind alle Bereiche im Umkreis von mehreren Kilometern um große Flughäfen als Flugverbotszonen definiert.
Muss ich eine Genehmigung beantragen, um mit einer Drohne in Flughafennähe zu fliegen?
Ja – ohne Genehmigung lässt sich eine Drohne dort gar nicht starten. Hersteller wie DJI verlangen vorab Genehmigungsnachweise, die geprüft werden müssen.
Wer haftet im Falle eines Schadens durch eine Drohne am Flughafen?
In solchen Fällen greift das Luftverkehrsgesetz – der Verursacher muss mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen.
Welche Reichweite haben typische Hobbydrohnen?
Typische Consumer-Drohnen haben eine Reichweite von 5 bis 10 Kilometern. Weiter entfernte Steuerungen erfordern spezielle Technik und Fachwissen.
Können Drohnen auch unabsichtlich in den Flugverkehr geraten – etwa durch GPS-Fehler?
Bei modernen Drohnen ist das unwahrscheinlich. Sie stoppen automatisch oder landen, sobald sie in gesperrte Zonen eindringen. Fehler passieren fast nur durch absichtliche Manipulation.
Was tut die Deutsche Flugsicherung (DFS), um Drohnenrisiken zu minimieren?
Auch hier gibt es derzeit keine genauen Informationen – allerdings arbeitet die DFS eng mit Sicherheitsbehörden zusammen, um Vorfälle wie in München künftig schneller zu erkennen.
Wie will der Münchner Flughafen künftig mit der Drohnenproblematik umgehen?
Die Drohnenabwehr wird weiter ausgebaut – etwa durch den Einsatz der Bundeswehr und spezialisierter Technik.
Gibt es Pilotprojekte oder Tests mit Anti-Drohnen-Technologie?
Ja, laut Experten wie Fabian Reinholz sind Netz-Kanonen, GPS-Störsysteme und elektromagnetische Abwehrgeräte bereits im Einsatz oder werden getestet.
Kann der Privatdrohnenmarkt in Zukunft stärker reguliert werden?
Ja. Reinholz betont, dass die Technik heute schon viele Sicherheitsfunktionen beinhaltet – etwa automatische Flugverbotszonen. Eine weitergehende Regulierung wäre denkbar, ist aber technisch bereits stark fortgeschritten.
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