Wie geht es weiter?
Nach dem Großeinsatz in München: Was wir jetzt wissen
Stand 05.10.25 - 17:00 Uhr
Ein Familienstreit soll einen Mann so in Rage versetzt haben, dass er Angehörige attackiert, ein Haus in Brand setzt und das Oktoberfest bedroht. Dort wird nun weitergefeiert - es bleiben aber Fragen.
Nach einer Bombendrohung wurde am Mittwoch das Oktoberfest gesperrt. Am Abend startete dann der Festbetrieb. Foto: Armin Weigel/dpa
Wie geht es jetzt auf der Wiesn weiter?
München (dpa) – Am Tag nach dem Alarmzustand in München mit der Bombendrohung gegen das Oktoberfest, zwei Toten und einem Großbrand dauern die Ermittlungen an. Unklar war unter anderem, wann die Bergung einer Leiche aus dem abgebrannten Haus stattfinden kann. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
- Anzeige -Wer soll für die Tat verantwortlich sein?
Tatverdächtig ist nach Polizeiangaben ein 57 Jahre alter Mann, der das Haus in Brand gesetzt haben soll und auf der Flucht vor Einsatzkräften Suizid beging. Die Behörden schlossen einen politischen Hintergrund für die Tat aus. Das Motiv des Mannes dürfte ein Familienstreit gewesen sein, hieß es.
Wie geht es am Brandort weiter?
In dem abgebrannten Wohnhaus im Münchner Norden befindet sich nach Polizeiangaben eine Leiche. Die Behörden vermuten, dass es sich bei dem Toten um den vermissten 90 Jahre alten Vater des Tatverdächtigen handelt. Aufgrund der großen Hitze konnten Einsatzkräfte das abgebrannte Gebäude zunächst nicht betreten. Zudem sollte ein Statiker dessen Zustand beurteilen. Inzwischen sind alle Verkehrssperrungen und Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben worden, die Anwohner konnten alle wieder in ihre Häuser zurückkehren.
In welchem Zustand sind die Verletzten?
Zwei Menschen waren bei dem Brand in den frühen Morgenstunden verletzt worden. Eine 21 Jahre alte Frau wurde von Einsatzkräften aus dem Obergeschoss des in Flammen stehenden Hauses gerettet. Sie trug leichte Verletzungen davon. Es handelt sich um die Tochter des 57-Jährigen. Mittelschwere Schussverletzungen hatte die 81 Jahre alte Mutter des Mannes erlitten. Sie befand sich vor dem Anwesen, als die Polizei eintraf.
Wie kam es am Mittwoch zur Sperrung des Oktoberfests?
Weil ein Schreiben des 57-Jährigen gefunden wurde, in dem er auch das Oktoberfest bedrohte, wurde die Wiesn stundenlang geschlossen und nach Sprengsätzen abgesucht. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte der Mann davor, auf die Wiesn zu gehen, denn es könnte ein «bombiges Erlebnis» geben. Diese Drohung habe man – insbesondere angesichts des abgebrannten Hauses – ernst nehmen müssen.
Wie verlief der Abend auf der Wiesn?
Ab 17.30 Uhr begann wieder der Festbetrieb. Besucherinnen und Besucher durften das Gelände wieder betreten. Vor dem Einlass hatten sich lange Warteschlangen gebildet. Dennoch schien es ruhiger zu sein als gewöhnlich: Die Gassen wirkten einem dpa-Reporter zufolge merklich leerer im Vergleich zu anderen werktäglichen Wiesn-Tagen. An vielen Verkaufsständen war wenig los, an einem Autoscooter fuhren zwei Mitarbeiter alleine im Kreis. Verkäufer und Sicherheitskräfte bestätigten, dass es leerer war. In den großen Zelten sah es anders aus: Weit und breit kein freier Platz, die Menge tanzte und feierte ausgelassen wie an anderen Wiesn-Tagen.
Gibt es heute noch Auswirkungen auf dem Oktoberfest?
Nach derzeitigem Stand geht es am Donnerstag ganz normal auf der Wiesn weiter. Die Bierzelte öffnen um 10.00 Uhr.
Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Tat für das Oktoberfest?
Der Gastgewerbeverband Dehoga brachte eine Verlängerung der Wiesn ins Spiel. Dies wäre auch ein Zeichen, dass man sich die Lebensfreude nicht verderben lasse, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert der dpa. Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Sperrung könne man noch nichts Genaueres sagen. Ein Tisch, der jetzt nicht belegt worden sei, sei natürlich nicht nachzuholen. Andererseits sei die Wiesn bisher «sehr gut» gewesen.
Ob eine Verlängerung überhaupt möglich wäre, ist eine andere Frage. Dabei ginge es nicht nur um die Erlaubnis der Stadt, sondern auch um die Frage, ob das dafür nötige Personal so kurzfristig aufgeboten werden könnte.
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