Wegen Toiletten-Mangel
Protestaktion in Amsterdam: Frauen pinkeln demonstrativ auf den Gehweg
Stand 16.04.24 - 13:50 Uhr
Nach vielen Protestaktionen von Frauen wird Amsterdam mehr öffentliche Toiletten für Frauen errichten. Die Stadt investiert vier Millionen Euro.
Künftig wird es in Amsterdam mehr öffentliche Toilettenangebote für Frauen geben. Foto: Robert Michael/dpa
Amsterdam erhöht Toiletten-Angebot nach Protest von Frauen
Amsterdam (dpa) – Nach jahrelangem Kampf und einem Protestpinkeln von Frauen werden in Amsterdam mehr öffentliche Toiletten geschaffen, die nicht bloß aus Pissoirs für Männer bestehen.
Die Stadt investiere dazu vier Millionen Euro und die ersten der neuen Toiletten sollten noch in diesem Jahr errichtet werden, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender NOS unter Verweis auf einen städtischen Beschluss. Auslöser des Kampfs von Frauen in Amsterdam für mehr öffentliche Toiletten war die Verurteilung der Studentin Geerte Piening 2015 wegen Wildpinkelns.
Weil keine Toilette in der Nähe war, hatte Piening sich aus der Not heraus neben ein Gebäude gehockt. Dafür bekam sie eine Strafe von 90 Euro. Auch ein Gericht hielt nach einer Beschwerde der Studentin die Strafe aufrecht. Diese hatte vor Gericht gesagt, dass es in Amsterdam zwar 35 öffentliche Toiletten gebe, von denen aber nur zwei für Frauen geeignet seien. Es folgten Protestaktionen, bei denen Frauen demonstrativ in Pissoirs oder auf den Gehweg pinkelten.
Piening findet die Investition in neue Toiletten prima. «Das hat recht lange gedauert, aber dass das nun geschieht, ist sehr gut», sagte sie dem Sender NH. In der Zwischenzeit nämlich, das räumte Piening gegenüber dem Sender ein, sei sie erneut zum «Wildplassen» gezwungen gewesen – so nennen die Niederländer das Wildpinkeln.
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