Europameisterschaft 2024
Dänemark deutscher Achtelfinalgegner
Stand 26.06.24 - 17:02 Uhr
Julian Nagelsmann und seine Nationalspieler müssen lange warten, bis sie ihren Gegner kennen. Dänemark behauptet in einer spannenden Schlussphase Rang zwei. Die Paarung weckt EM-Erinnerungen.
©Niclas Füllkrug (r) erzielte kurz vor Schluss den Ausgleich mit einem Kopfballtor. Foto: Arne Dedert/dpa
Erinnerungen an 1992
München (dpa) – Die deutschen Achtelfinalgegner gingen mit großer Erleichterung zu ihren Fans. Die Dänen um Spielmacher Christian Eriksen ließen sich nach einer Vorrunde ohne Sieg für den hart erarbeiteten Einzug in die K.o.-Runde feiern. Der Halbfinalist von 2021 behauptete am Dienstag im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Serbien durch ein wenig berauschendes 0:0 und dank der besseren Fair-Play-Wertung den zweiten Tabellenplatz der Gruppe C – daran konnte auch die beherzte Schlussoffensive der Serben gegen wankende Dänen nichts mehr ändern.
- Anzeige -amit ist die Neuauflage des 1992 von Dänemark gewonnenen EM-Endspiels gegen Deutschland perfekt. Die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann, die zwei Tage mehr zur Erholung gehabt haben wird, trifft auf eine Mannschaft, gegen die sie eine positive Bilanz hat. Von 28 Spielen gewann die DFB-Auswahl 15, achtmal verlor sie.
Immer wieder Eriksen
Was Dänemark vor rund 60.000 Zuschauern in München bot, macht der deutschen Mannschaft allerdings sicher keine Angst. Das Team des früheren Mainzer Trainers Kasper Hjulmand war zwar die spielerisch bessere Mannschaft und besiegelte das Turnier-Aus der ebenfalls sieglosen Serben. Überzeugend war der Auftritt aber nicht. «Vor denen brauchen wir uns nicht zu fürchten», sagte Ex-Nationalspieler Michael Ballack bei MagentaTV.
Angetrieben von Taktgeber Eriksen kam der Europameister von 1992 der Führung vor der Pause zumindest nahe. Der Mittelfeldakteur von Manchester United zählt beim märchenhaften EM-Comeback drei Jahre nach seinem Herzstillstand weiter zu den Schlüsselspielern – nicht nur wegen seines Tores gegen Slowenien.
Djokovic fiebert mit
Eriksen (21.), Rasmus Højlund (32.) und dem Wolfsburger Bundesliga-Profi Jonas Wind (39.) fehlten aus der Distanz Präzision oder Durchschlagskraft. Einmal lag der Ball nach einer überraschenden Eckball-Variante zusammen mit Stürmer Wind und dem gut beschäftigten Serben-Keeper Predrag Rajkovic im Tor – doch Eriksens Hereingabe war zuvor im Aus.
Serbiens Tennis-Legende Novak Djokovic, der vor dem Spiel seine Landsleute am Spielfeldrand geherzt und abgeklatscht hatte, sah bei seinem Team lange nichts, was mit dem von ihm geliebten Angriffsspiel zu tun hatte. «Safety first», lautete die Devise des Teams um den Bremer Abwehrspieler Milos Veljkovic.
Hau-Ruck-Aktionen
Nach vorne ging es nur mit Hau-Ruck-Aktionen. Das Kalkül von Trainer Dragan Stojkovic, in der Offensive zunächst auf Kapitän Dusan Tadic und Juventus Turins Topstürmer Dusan Vlahovic zu verzichten, ging nicht auf. Der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler Lazar Samardzic als neuer Mann setzte keine Akzente. Zur Pause kam Tadic für ihn, der die Anhänger wiederholt zu mehr Anfeuerung animierte.
Nachdem ein Großteil der Zuschauer die magere Vorstellung vor der Pause mit Pfiffen bedacht hatte, war nach dem Seitenwechsel viel Spannung in einem lange enttäuschenden Spiel. Besonders, weil auch das Parallelspiel zwischen Titelkandidat England und Slowenien zur Pause ebenfalls 0:0 stand.
Last-Minute-Held Jovic wieder Joker
Die Hereinnahme des Ex-Frankfurters Luka Jovic, der die Serben mit seinem Last-Minute-Tor gegen Slowenien die Achtelfinal-Hoffnung geschenkt hatte, wurde von den serbischen Fans lautstark bejubelt.
Noch lauter wurde es beim vermeintlichen 1:0 durch ein Eigentor von Joachim Andersen, das wegen einer Abseitsstellung jedoch nicht zählte. Daran änderte auch die Überprüfung durch Video-Schiedsrichter Bastian Dankert nichts.
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