Was ist denn da los?
Durchfall-Medikament in Bayern ausverkauft: Dieser Tiktok und Insta-Hype steckt dahinter
Stand 12.09.22 - 09:42 Uhr
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Als Wundermittel wird das Durchfall-Medikament Elotrans auf sozialen Medien wie Tiktok beworben. Der Hype geht so weit, dass das Medikament vielerorts nicht mehr zu bekommen ist - aber wogegen soll es helfen?
© Foto: shutterstock
Einsatz als Kater-Mittel – Lieferengpässe bei Durchfall-Medikament
München (dpa/lby) – Bayerische Apotheken kämpfen weiter mit Lieferschwierigkeiten beim Durchfallmittel Elotrans – offensichtlich, weil das Mittel durch soziale Medien als Anti-Kater-Mittel populär geworden ist.
- Anzeige -«Es ist komplett ausverkauft, man hat keine Chance es zu bekommen», sagte Christian Pacher von der Südapotheke in Ingolstadt. Er bestelle bei drei Großhändlern, aber nirgends sei das Medikament derzeit verfügbar. Mehrere Apotheker in Bayern bestätigen die Beobachtungen, auch online ist das Medikament meist ausverkauft.
Der bayerische Apothekerverband spricht von einer erhöhten Nachfrage seit etwa eineinhalb bis zwei Monaten. Es könne nach wie vor zu Lieferengpässen kommen, sagte Verbandssprecher Thomas Metz.
Ist es als Anti-Kater-Mittel geeignet?
Seit Wochen wird das rezeptfreie Medikament des hessischen Pharmaunternehmens Stada auf sozialen Medien als Anti-Kater-Mittel gehandelt. In den Bewertungen für Elotrans auf Online-Shops ist oft von einer Einnahme vor oder während der Partynacht die Rede.
- Anzeige -Thomas Metz vom Apothekerverband kritisierte die Zweckentfremdung. «Dafür ist es schlicht und einfach nicht zugelassen.» Es sollte für diejenigen da sein, die es brauchen, weil sie krank sind. Zudem könne das Mittel durchaus auch Nebenwirkungen haben.
Auf dem eigenen Instagram-Account des Medikaments versprach der Hersteller, dass man an einer Ausweitung der Produktionskapazitäten arbeite. Man erwarte eine Besserung im Herbst, hieß es. «Der Markt und die Menge war halt nicht vorherzusehen», sagte Apotheker Christian Pacher. Ganz allgemein kritisierte der Pharmazeut eine zu hohe Abhängigkeit von asiatischen Wirkstoffherstellern. Entsprechend könnten Arzneimittel-Lieferketten nicht schnell genug angepasst werden.
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