Coronavirus in Deutschland
Vermutlich mehr Corona-Geimpfte als gedacht
Stand 07.10.21 - 10:39 Uhr
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Offiziell sind knapp 80 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft. Aber bei der Interpretation von Impfquoten-Daten gibt es durchaus einen Spielraum. Das hat verschiedene Gründe.
Die Impfquoten-Daten lassen Raum für Interpretationen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Neue Schätzungen des RKI
Berlin (dpa) – Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von mehr Corona-Geimpften als in der offiziellen Statistik aus. Es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen in Deutschland bis zu 84 Prozent mindestens einmal geimpft sind und bis zu 80 Prozent bereits die zweite Dosis erhalten haben (Stichtag 5.10.), heißt es in einem aktuellen RKI-Bericht. Die Schätzung beruht auf Bürgerbefragungen und Meldedaten.
- Anzeige -Offizielle Impfquote liegt niedriger
Laut offizieller Impfquoten-Statistik haben bislang knapp 80 Prozent der Über-18-Jährigen eine erste Dosis bekommen, gut 75 Prozent bereits die Zweite. Zunächst hatte die Funke-Mediengruppe berichtet.
Es liege nahe, «dass die im Digitalen Impfquoten-Monitoring berichtete Impfquote als Mindest-Impfquote zu verstehen ist und eine Unterschätzung von bis zu 5 Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter angenommen werden kann», schreibt das RKI. Zur Anschauung: Fünf Prozentpunkte in der Erwachsenenbevölkerung entsprechen grob überschlagen 3,5 Millionen Menschen.
Hintergrund ist, das in vom RKI durchgeführten Befragungen deutlich mehr Menschen angeben, bereits geimpft zu sein, als in der Statistik vermerkt sind. Das RKI nennt verschiedene Erkläransätze, unter anderem, dass in den Befragungen wenig impfbereite Menschen unterrepräsentiert sind.
Zudem gibt das RKI an, dass Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen nicht an der Befragung teilnehmen können. «Es besteht die Vermutung, dass Sprachbarrieren auch zu einer geringeren Inanspruchnahme der COVID-19 Impfung führen.» Zudem würden bestimmte Impfungen in der Statistik gar nicht erfasst.
Bereits im August hatte das RKI von «gewisser Unsicherheit» bei der Interpretation von Impfquoten-Daten berichtet.
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