11. Februar 2026
Verdi bestreikt am Mittwoch erneut Nahverkehr in München
Stand 10.02.26 - 12:57 Uhr
Hunderttausende Pendler müssen in den zwei größten Städten für Mittwoch nach Alternativen zum ÖPNV suchen
©Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
Bayern: ÖPNV in München und Nürnberg betroffen
München (dpa/lby) – Verdi ruft für Mittwoch, 11. Februar 2026, zu einem ganztägigen Nahverkehrs-Warnstreik in München und Nürnberg auf. Betroffen sind der Gewerkschaft zufolge U- und Straßenbahnen sowie Buslinien, die nicht von privaten Dienstleistern bedient werden. Die von der Bahn betriebene S-Bahn sowie Regionalbahnen sind nicht betroffen.
- Anzeige -Es ist der zweite Warnstreik in Bayern in der aktuellen Tarifrunde. Am vergangenen Montag hatte Verdi bereits im Rahmen einer annähernd bundesweiten Aktion den Nahverkehr in mehreren größeren bayerischen Städten teilweise lahmgelegt. Auch damals waren München und Nürnberg bereits betroffen.
Was fährt in München am Mittwoch?
• U-Bahn und Tram zunächst außer Betrieb
• Bus-Betrieb stark eingeschränkt
• DFB-Pokalspiel: U-Bahn-Sonderfahrten zwischen Marienplatz und Fröttmaning
Die Gewerkschaft Verdi hat alle im TV-N Bayern Beschäftigten erneut zu einem ganztägigen Warnstreik am Mittwoch, 11. Februar, aufgerufen. Davon sind U-Bahn, Tram und alle Buslinien bis Nummer 199 in München betroffen. Der Streik beginnt um 3:30 Uhr und endet am Donnerstag, 12. Februar, um 3:30 Uhr.
Bus- und Tram-Betrieb während des Streiks
Wie bereits am ersten Streiktag ist auch am Mittwoch nur ein stark eingeschränkter Betrieb möglich. Beim Bus ist etwa die Hälfte der Fahrzeuge einsatzbereit, weil die privaten Busunternehmen, die für die MVG fahren, nicht bestreikt werden. Bei der Tram hängt die Inbetriebnahme maßgeblich davon ab, wie viele Fahrerinnen und Fahrer sich zum Dienst melden.
An- und Abreise zum DFB-Pokalspiel in der Allianz Arena
Die U-Bahn ist nicht in Betrieb. Mit der begrenzten Anzahl an Mitarbeitern im Fahrdienst, in der Leitstelle und im Aufsichtsdienst, ist kein vollständiger Betrieb einzelner Linien möglich. Die MVG kann aber Sonderfahrten zur An- und Abreise des Fußballspiels in der üblichen Kapazität anbieten:
Die U-Bahn fährt nur zwischen 17:30 Uhr und Betriebsschluss im Abschnitt Marienplatz – Fröttmaning. Damit ist das Stadion mit der U-Bahn zu erreichen.
Polizei, Allianz Arena, FC Bayern und MVG bitten gemeinsam darum, die folgenden Punkte zu beachten:
• Im übrigen Netz bleibt die U-Bahn außer Betrieb. Auch Garching wird nicht angefahren.
• Um größere Engpässe unmittelbar vor Spielbeginn zu vermeiden, wird eine möglichst frühzeitige Anreise empfohlen. Das Stadion öffnet um 18:30 Uhr.
• Die Fahrgäste und Fußballfans werden um Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme gebeten.
• Insbesondere für Fans aus dem Umland bieten sich Fahrgemeinschaften an.
• Die S-Bahn ist ab 22:20 Uhr nur stark eingeschränkt in Betrieb. Grund dafür sind Bauarbeiten zur 2. Stammstrecke.
• Wegen des stark eingeschränkten ÖPNV-Angebots empfiehlt es sich insbesondere die Heimfahrt bereits im Vorhinein zu planen. Das Stadion bleibt länger geöffnet. Unter Umständen kommt es in Frage, sich an einem der Bahnhöfe zwischen Fröttmaning und Marienplatz abholen zu lassen.
Bustransfer vor und nach dem Spiel
Der übliche Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke steht ab 16:30 Uhr zur Verfügung und wird zusätzlich verstärkt. Die Busse fahren nicht direkt zur Allianz Arena, sondern zum Kieferngarten. Von dort ist die Allianz Arena fußläufig über die Kieferngartenstraße erreichbar.
Nach dem Spiel fahren die Busse bei Bedarf vom Kieferngarten auf direktem Weg zum Karlsplatz (Stachus) und halten vor dem ehemaligen Kaufhaus. Von dort sind die Innenstadt und der Hauptbahnhof zu Fuß erreichbar.
Verdi: 668,75 Euro mehr pro Monat gefordert
In Bayern fordert Verdi unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten ohnehin schlecht, im öffentlichen Nahverkehr sind die Defizite der kommunalen Verkehrsgesellschaften in den vergangenen Jahren gestiegen.
Der Tarifvertrag Nahverkehr gilt in Bayern laut Verdi für etwa 20 Unternehmen mit 9.000 Beschäftigten. Den bislang letzten Tarifabschluss im bayerischen ÖPNV gab es 2023. Dieser «Tarifvertrag Nahverkehr» (TV-N) war schon 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals jedoch entschieden, den bayerischen Tarif nicht separat neu zu verhandeln, sondern abzuwarten, bis auch in den übrigen Bundesländern wieder Verhandlungen anstehen.
Starke Beeinträchtigungen beim letzten Mal
Beim Warnstreik vergangene Woche hatte es starke Beeinträchtigungen gegeben. In München waren U-Bahnen außer Betrieb, außerdem mit Ausnahme der Tramlinie 20 auch alle Straßenbahnen. Allerdings hielt die Verkehrsgesellschaft MVG den Busverkehr auf sämtlichen Linien aufrecht, wenn auch teilweise mit stark ausgedünntem Fahrplan. In Nürnberg standen U-Bahnen und Straßenbahnen ebenfalls still, das kommunale Verkehrsunternehmen VAG hielt einen Notfahrplan mit 16 Buslinien aufrecht.
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