Good Luck, Have Fun, Don’t Die – Jetzt im Kino

Stand 11.03.26 - 12:26 Uhr

"Good Luck, Have Fun, Don't Die" ist jetzt im Kino - und erzählt uns ein bisschen zu genau etwas über den Zustand unserer Welt. Erschreckend und unterhaltsam.

Good Luck, Have Fun, Don’t Die – Jetzt im Kino
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Manchmal erzählt einem ein Film mehr über den Zustand der Welt, als einem lieb ist. Und manchmal tut er das so überdreht, so chaotisch und so wahr, dass man dabei gleichzeitig lachen und ein kleines bisschen erschrecken muss.

Der Regisseur von Fluch der Karibik hat einen neuen Film gemacht – so verrückt, dass ihn kein großes Hollywood-Studio finanzieren wollte. Allein das passt schon erstaunlich gut zu einem Stoff, der sich anfühlt wie ein grell blinkender Hilferuf aus einer Zeit, in der wir alle ständig irgendwo draufschauen, aber immer seltener wirklich hinsehen.

Die Geschichte ist herrlich schräg: Ein Mann aus der Zukunft betritt nachts ein Restaurant in Los Angeles. Es ist sein 117. Versuch, die Welt zu retten. Dafür braucht er die exakt richtige Kombination von Gästen, um eine KI zu stoppen, die außer Kontrolle geraten ist und die Apokalypse auslöst. Das Problem: Niemand in diesem Laden hat auch nur im Entferntesten Lust, den Helden zu spielen. Und genau darin steckt schon die eigentliche Pointe des Films. Nicht, dass die Welt untergehen könnte. Sondern dass sie vielleicht genau deshalb untergeht, weil alle zu müde, zu abgelenkt oder zu beschäftigt mit sich selbst sind, um noch aufzustehen. Weil wir lieber auf unsere Displays schauen, als auf das, was direkt vor uns passiert.

Wenn man diese Metapher mitdenkt, dann ist Good Luck, Have Fun, Don’t Die eine wirklich clevere Satire. Eine, die nicht nur von Künstlicher Intelligenz erzählt, sondern auch von menschlicher Erschöpfung. Von einer Welt, die so laut geworden ist, dass sie sich manchmal kaum noch aushalten lässt. Von dem seltsamen Zustand, in dem wir dauernd verbunden sind – und uns trotzdem immer wieder verlieren.

Das Ironische ist nur: Genau daran scheitert der Film auch ein Stück weit. Er ist selbst zu laut, zu durcheinander, zu voll. Einfach zu viel auf einmal. Fast so, als würde er das Lebensgefühl, das er kritisieren will, nicht nur beschreiben, sondern gleich mitliefern.

Und trotzdem liegt darin etwas fast Rührendes. Weil der Film einen an etwas erinnert, das man im Alltag leicht vergisst: dass unser Leben kostbar ist, dass Aufmerksamkeit etwas Heiliges haben kann und dass es nicht egal ist, worauf wir unsere Zeit, unsere Nerven und unser Herz richten. Vielleicht ist das ja die eigentliche Science-Fiction-Idee hier – nicht die außer Kontrolle geratene KI, sondern die Hoffnung, dass Menschen doch noch rechtzeitig merken, wie wertvoll es ist, wirklich da zu sein.

Was wir nämlich brauchen, ist wahrscheinlich nicht noch mehr Stress, noch mehr Reiz, noch mehr Bildschirm. Sondern eher das Gegenteil: ein bisschen mehr Wachheit, ein bisschen mehr Gegenwart, ein bisschen mehr echtes Leben.

Bussi, Emu

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