Aktualisiert: 25.09.2020 - 13:13

Für Pendler im Öffentlichen Nahverkehr kann es am Dienstag stressig werden: Die Gewerkschaft Verdi hat zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Sie fordert einen bundesweiten Tarifvertrag für alle Beschäftigten.

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© Foto: Foto: Philipp Schulze/dpa

Am kommenden Dienstag bundesweiter Streik im ÖPNV

Berlin (dpa) - Pendler müssen sich am kommenden Dienstag bundesweit auf Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Tag zu Arbeitsniederlegungen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87 000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen, wie sie am Freitag mitteilte. Die Arbeitgeber stünden demnach einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber.

Bundesweite Tarifregelung gefordert

Derzeit laufen in allen 16 Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort derzeit ebenfalls laufenden Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun.

Es handelt sich beim ÖPNV um Spartentarifverträge. Weil diese sich aus Sicht der Gewerkschaft im Laufe der Jahre in den einzelnen Ländern auseinander entwickelt haben, möchte Verdi sie nun durch eine bundesweite Regelung ergänzen.

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Es ist mit massiven Beeinträchtigungen im Nahverkehr zu rechnen

«Mit unseren Forderungen haben wir Vorschläge geliefert, wie sich die drängenden Fragen von Entlastung und Nachwuchsförderung lösen lassen», teilte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, mit. «Dass die Arbeitgeber nicht einmal zu einer Verhandlung bereit sind, verhöhnt die Beschäftigten und torpediert jede Bemühung, eine Verkehrswende zu erreichen.»

Daher werde es am kommenden Dienstag bundesweit zu Arbeitsniederlegungen kommen. Es sei bundesweit mit massiven Beeinträchtigungen im Nahverkehr zu rechnen.

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Achtung Fahrgäste der MVG Münchner Verkehrsgesellschaft

Auch die MVG wird am kommenden Dienstag, 29. September bestreikt: Die Gewerkschaft Verdi hat zu bundesweiten Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen. Auch die MVG wird davon betroffen sein. Dauer und Umfang der Arbeitskampfmaßnahmen sind zwar noch nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es bei U-Bahn, Tram und Bus zu erheblichen Einschränkungen kommen wird. Am Montag folgen weitere Infos


Auch im Öffentlichen Dienst wird aktuell gestreikt

Während der ÖPNV separat um eine Einigung ringt, verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber derzeit auch im Öffentlichen Dienst. Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Am vergangenen Wochenende war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.