Aktualisiert: 13.09.2022 - 15:38

Der Kfz-Versicherungsbeitrag ist vom Wohnort abhängig. Durch die Neuordnung der Regionalklassen, kann es eine Preisdifferenz bei sonst identischen Versicherungsmerkmalen mit bis zu 260,64 Euro bzw. 54 Prozent geben.

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Neue Kfz-Regionalklassen für bayerische Autofahrer

München (dpa/lby) - Die Autofahrer und -fahrerinnen aus Augsburg und München verursachen im bayerischen Vergleich besonders viele und teure Unfälle. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich die Schadenbilanzen der 412 Zulassungsbezirke in Deutschland angeschaut und die Regionalklassen neu sortiert. 

Damit verändern sich für mehr als zwei Millionen Autobesitzer in 33 bayerischen Bezirken die Risikobewertungen in der Haftpflicht, wie der GDV am Dienstag mitteilte.

Der Wohnort hat deutlichen Einfluss auf den Kfz-Versicherungsbeitrag. Nur durch einen unterschiedlichen Zulassungsbezirk beträgt die Preisdifferenz bei sonst identischen Versicherungsmerkmalen bis zu 260,64 Euro bzw. 54 Prozent.

Hohe Regionalklassen in Großstädten sowie in Teilen Bayerns

Im bundesweiten Vergleich sind die Haftpflichtschäden in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern am geringsten. Mehr und teurere Schäden und demzufolge hohe Regionalklassen gibt es «insbesondere in Großstädten sowie in Teilen Bayerns».

Bundesweit kommen jetzt nur noch Berlin und Offenbach in die schlechteste Haftpflicht-Regionalklasse 12. In der Regionalklasse 11 sind in Bayern Augsburg, Ingolstadt, Kaufbeuren, München Nürnberg und Schwabach, in der Klasse 10 Altötting, Amberg, Bayreuth, Fürth, Hof, Kempten, Landshut, Miesbach, Passau, Schweinfurt und Straubing.

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Selbe Straße, andere PLZ - Beitragsunterschied bis zu 208 Euro

Viele Versicherungsgesellschaften berechnen die Beiträge postleitzahlgenau. Führt eine Straße durch unterschiedliche Postleitgebiete, kann es so zu Preisunterschieden kommen. Bei identischen Merkmalen variiert der Kfz-Vollkaskoversicherungsbeitrag für einen VW Golf VII z. B. in der Bergedorfer Straße in Hamburg um bis zu 208 Euro.

Deutliche Unterschiede gibt es auch in der Landsberger Allee in Berlin (155 Euro), der Frankfurter Straße in Köln (99 Euro) und der Georg-Schumann-Straße in Leipzig (91 Euro).

Für die Regionalklassen entscheidend ist nicht, wo ein Schaden entstanden ist, sondern in welchem Zulassungsbezirk der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat. Die Regionalstatistik des GDV ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden.

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Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung z. B. durch Umstufung der Regionalklasse

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft veröffentlicht die Regionalklassen einmal im Jahr. Kommt es dadurch zu Beitragsanpassungen, kommunizieren Versicherungsunternehmen das in der Regel mit der Beitragsrechnung für das Folgejahr, die meist im Oktober oder November verschickt wird.

Steigt der Versicherungsbeitrag z. B. durch Umstufung des Zulassungsbezirks in eine höhere Regionalklasse, haben Verbraucher*innen ein Sonderkündigungsrecht. Nach Erhalt der neuen Rechnung haben sie vier Wochen Zeit, um zu einer neuen Versicherung zu wechseln und den alten Vertrag zu kündigen.