Aktualisiert: 27.08.2021 - 13:09

Viele Menschen haben sich während der Pandemie einen Hund angeschafft, sind nun damit überfordert und geben ihn ins Tierheim. Um dem entgegenzuwirken, haben wir hier einige Fragen für dich zusammengestellt, die du dir unbedingt stellen solltest, bevor du dich für einen Hund entscheidest.

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Foto: Shutterstock

Zehn Fragen, die du dir vor Anschaffen eines Hundes stellen solltest

Besonders in Zeiten von Corona haben viele Menschen mit Einsamkeit zu kämpfen. Im ersten Moment scheint die Idee sich einen Hund anzuschaffen die perfekte Lösung zu sein. Doch je mehr die Menschen wieder ansatzweise ins normale Leben zurückkehren, desto mehr merken sie, dass ein Hund eine große Verpflichtung darstellt und viel Energie und Zeit fordert. Für die einen mag es die richtige Entscheidung gewesen sein, viele andere geben ihre Hunde nun wieder ans Tierheim ab. Hast du auch schon mal mit dem Gedanken gespielt dir einen Hund anzulegen, bist dir aber unsicher? Dann kommt hier eine Entscheidungshilfe:

1. Habe ich auch langfristig betrachtet genug Zeit für einen Hund ?

Besonders bei der Anschaffung eines Welpen musst du für den kleinen Vierbeiner eine Menge Zeit opfern. Hunde leben im Schnitt bis zu 13 Jahre, was bedeutet, dass ein Hund eine Langzeit-Aufgabe ist, der du dich nicht einfach so entziehen kannst.

Wenn du zum Beispiel noch gar keine Erfahrung mit Hunden gemacht hast, ist auch die Frage, inwieweit du Zeit investieren möchtest, dich über Hundeerziehung, das richtige Futter, die Pflege und die Rasse selbst zu informieren und mehr darüber zu lernen.

2. Kann ich mir einen Hund und seine Haltung überhaupt leisten?

Eins ist klar, ein Hund kostet nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei der Unterhaltung eine Menge Geld. Hast du also selbst ein eher geringes Einkommen oder kommst gerade so über die Runden, dann ist von einem Hund eher abzuraten. Natürlich kommt es hier auch sehr auf die Hunderasse an, grundsätzlich lässt sich sagen, je größer der Hund ist, desto teurer ist seine Haltung. Neben verwaltungstechnischen Kosten, wie der Hundesteuer oder der Versicherung, kommen Kosten für Tierarztbesuche, Futter, Pflege und Zubehör, wie Hundenapf, Halsband, Leine und Spielzeug auf dich zu.

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3. Sind meine Wohnung und das Umfeld für einen Hund geeignet?

Hier kommen mehrere Faktoren zusammen. Zuerst solltest du dich informieren ob du laut deinem Mietvertrag einen Hund halten darfst und sicherheitshalber fragen, ob dein Vermieter damit einverstanden wäre. Zudem sollte deine Wohnung nicht zu klein sein und du selbst musst dir über die Haare, den Schmutz, den Geruch und die Unordnung, die ein Hund manchmal mit sich bringen kann, bewusst sein. Wenn das alles kein Problem für dich ist, dann solltest du gut mit einem Hund auskommen.

Ein weiterer Aspekt ist die Umgebung. Wenn du rund um deine Wohnung viele Grünflächen hast oder Platz hast, an dem sich ein Hund auch mal austoben kann, ist das eine gute Vorrausetzung für einen Hund. Hast du in deinem Umfeld keine Grünflächen, viel Grau und wenig Natur, dann wird es schwer für einen Hund sich dort wohlzufühlen.

4. Kann ich trotz Arbeit einen Hund besitzen?

Das Wichtigste ist, dass die Bedürfnisse deines Hundes nicht vernachlässigt werden. Hast du trotz Arbeit genug Zeit mit ihm zu spielen, Gassi zu gehen oder ihn zu trainieren, dann solltest du dein Arbeitsleben gut mit einem Hund managen können. Trotzdem sollte ein Hund keine acht Stunden am Tag alleine in einer Wohnung gelassen werden. Wenn du also das Geld übrig hast gibt es tagsüber Möglichkeiten den Hund in eine Betreuung zu geben oder Freunde und Bekannte zu fragen, ob sie sich um ihn kümmern können.

Manchmal gibt es auch Arbeitgeber, die es erlauben den Hund, vorausgesetzt er ist gut erzogen und stubenrein, mit an die Arbeit zu nehmen. So musst du niemanden beauftragen und dein Hund ist immer an deiner Seite.

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5. Habe ich in einem Notfall Unterstützung?

Es kann immer passieren, dass du mal in eine Situation kommst, in der du nicht auf den Hund aufpassen kannst, sei es etwas Banales wie eine Urlaubsreise oder aber ein medizinischer Notfall. Wegen so etwas ist es sinnvoll sich vor der Anschaffung eines Hundes umzuhören, ob jemand von deinen Freunden, deiner Familie oder deinen Bekannten bereit wäre, sich um den Hund zu kümmern, wenn du es mal nicht kannst. Mit einem Hund ist es immer gut für den Notfall ein Backup zu haben.

6. Ist ein Hund mit Kindern zu vereinbaren?

Hier kommt es vor allem auf deine eigene Belastbarkeit an. Wenn es für dich kein Problem ist dich gleichzeitig um ein Kind und einen Hund zu kümmern, dann kann das Zusammenleben mit einem Hund sehr lehrreich für Kinder sein und sogar einen positiven Effekt auf ihre Entwicklung haben.

Wichtig ist dabei aber, dass sowohl das Kind, als auch der Hund daran gewöhnt werden, wie sie mit dem jeweils anderen umzugehen haben, damit es nicht zu Konflikten oder gefährlichen Zwischenfällen kommt.

7. Bin ich oder jemand aus meinem näheren Umfeld allergisch auf Hunde?

Handelt es sich um eine leichte Allergie, dann stellt sie kein Hindernis dar. Ist es jedoch eine heftige Allergie solltest du dir zu Liebe auf einen Hund verzichten.

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8. Bin ich körperlich dazu in der Lage mich um einen Hund zu kümmern?

Diese Frage ist sehr wichtig, aber auch an die jeweilige Hunderasse anzupassen. Es gibt immer Hunde, die mehr Bewegung und körperliche Kraft fordern als andere. Eins ist aber klar: Hunde brauchen regelmäßig genug Auslauf und wollen gefordert werden. Wenn du also nicht mehr gut zu Fuß oder gesundheitlich stark eingeschränkt bist, solltest du dich fragen, wie viel du dir bei der Haltung eines Hundes zumuten kannst.

9. Willst du wirklich einen Hund oder ist das nur eine Phase?

Wie bereits erwähnt, können Hunde dabei helfen, mit Trauer oder Einsamkeit umzugehen. Manchmal kann ein Hundekauf aber auch eine Übersprunghandlung sein, die irgendwann zur großen Überforderung und Belastung werden kann.

Dennoch sollte man sich gut überlegen ob ein Hund das Problem wirklich löst oder ob man nicht lieber erst einmal bei sich selbst anfangen sollte. Es gilt immer, sich Zeit zu nehmen und sich im Vorfeld Gedanken zu machen, warum man einen Hund an seiner Seite haben möchte.

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10. Welcher Hund passt zu mir?

Am Ende ist das fast die wichtigste und bedeutendste Frage beim Hundekauf. Wie bei uns Menschen, handelt es sich auch bei den flauschigen Vierbeinern um einzelne Individuen mit Ecken und Kanten. Zudem gibt es bestimmte Rassen, die vielleicht besser zu deiner Lebenssituation passen als andere.

Wenn du zum Beispiel ein Familienmensch bist und einen Hund suchst, der als kinderfreundlich gilt, dann ist vielleicht ein Labrador die richtige Wahl. Sehr aufwendige Hunde, die viel Aufmerksamkeit und Pflege bedürfen, sind zum Beispiel Australian Shepherds, Border Collies, Cocker Spaniel, Jack Russell Terrier oder Pudel. Eher entspanntere Hunde, die auch gut alleine klarkommen sind beispielsweise Französische Bulldoggen, Sussex Spaniel, Greyhounds oder Malteser.

Eins ist klar: Kein Hund ist perfekt, und keine Hunderasse ist eine Garantie. Ein Hund ist immer individuell zu betrachten und die Eigenschaften eines Hundes kommen immer auch auf seine Erziehung an. Es ist also wichtig genug Zeit und Engagement in das Leben mit einem Hund zu investieren.