Aktualisiert: 19.04.2021 - 13:23

Nach heftiger Kritik wird die Bundes-Notbremse wohl weniger streng ausfallen. Die Regierungsparteien haben sich auf Anpassungen bei der Ausgangssperre und im Einzelhandel geeinigt. Mehr Infos dazu hier.

Neue Corona-Regeln

Foto: Marijan Murat/dpa

Anpassungen bei Ausgangssperre und Einzelhandel

Berlin (dpa) - Die bundesweiten Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen nun doch etwas weniger streng ausfallen als ursprünglich geplant. Das teilten Abgeordnete von Union und SPD nach Beratungen über das neue Gesetz "Zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" mit.

In diesen Punkten soll die Bundes-Notbremse angepasst werden:

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen soll es demnach zwischen 22 Uhr und 5 Uhr geben. Joggen und Spaziergänge sollen sogar bis Mitternacht erlaubt sein.

Im Einzelhandel soll das Abholen bestellter Waren (Click & Collect) auch bei hohen Infektionszahlen weiterhin möglich sein.

Für Schulen wäre, wenn das Gesetz so vom Bundestag beschlossen wird, Distanzunterricht ab einem Inzidenzwert von 165 verpflichtend. Im ursprünglichen Entwurf war hier ein Schwellenwert von 200 genannt worden. Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein.

Arbeitgeber müssen zwei Corona-Tests pro Woche bereitstellen.

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Bundes-Notbremse bis Ende Juni vorgesehen

Alle Regelungen sollen zunächst befristet gelten - bis zum 30. Juni 2021. Ziel des Gesetzesvorhabens ist es, Einschränkungen des öffentlichen Lebens bundesweit einheitlich zu regeln - mit der sogenannten Notbremse: Falls die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei Tage hintereinander über 100 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt, sollen dort jeweils die gleichen Regeln gelten.

Der Bundestag will am Mittwoch über die Änderungen im Bevölkerungsschutz abstimmen. Dann muss das Gesetz noch den Bundesrat passieren. In einem früheren Entwurf waren nächtliche Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr vorgesehen. Vor allem dieser Punkt hatte in der Opposition für massive Kritik gesorgt.

Bundestag muss auch künftigen Gesetzesänderungen zustimmen

Neu ist zudem, dass die Bundesregierung keine Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie am Bundestag vorbei erlassen kann. Die alte Fassung des Gesetzentwurfs sah vor, dass die Bundesregierung ermächtigt wird, «zur einheitlichen Festsetzung von Corona-Maßnahmen Rechtsverordnungen mit Zustimmung des Bundesrates zu erlassen». Der Bundestag muss zustimmen. Ohne jedwede Vorbehalte oder Bedingungen», sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese. Das sei für seine Fraktion in den Verhandlungen mit der Union der entscheidende Punkt gewesen.