Aktualisiert: 06.06.2018 - 08:33

70.000 Besucher, 80 Bands,  drei Bühnen. Wir waren für euch live vor Ort bei Rock am Ring 2018. Unseren Erfahrungsbericht liest du hier.

Rock am Ring 2019

Das Line Up im Rückblick

Viele zehntausende Menschen sind in diesem Jahr wieder in die Eifel gereist, um drei Tage lang ungestüme Campingplatzpartys zu feiern, die Ernährung auf Dosenbier und Ravioli zu reduzieren und sich mitunter der Musik der Foo Fighters, Thirty Seconds To Mars oder Muse hinzugeben. Was im ersten Moment nach jeder Menge Musikfans klingt, stößt auf Ernüchterung, hat man die Besucherzahlen der letzten Jahre im Kopf.

Rock am Ring ist in diesem Jahr seit langer Zeit erstmals nicht ausverkauft. Gründe dafür sind vielleicht in den vergangenen Festivaljahren zu suchen. Während es 2016 durch Unwetter zu Verletzten kommt, musste im letzten Jahr aufgrund einer vermeintlichen Terrorwarnung ein kompletter Festivalabend abgesagt werden, dabei waren damals Viele extra zum Festival gekommen, um Rammstein live zu erleben.

Alles anders in 2018

Doch in diesem Jahr scheint alles ein bisschen anders. Keine Verletzten, keine Schäden, keine Einsätze. Fast schon ungewohnt, wäre da nicht zumindest das Unwetter in der Nacht auf Freitag gewesen, das fast traditionsgemäß vorab sämtliche Pavillions zerlegte und Zelte unter Wasser setzte. Aber was wäre Rock am Ring schon ohne mindestens einmal zähneputzend im Matsch zu stehen? Der Regen zu Beginn des Festivals konnte die Stimmung der Fans jedenfalls nicht trüben.

Festival Tag 1

Mit Gummistiefeln und Regencapes bepackt, wurde am Freitag munter zum ersten Line Up für dieses Jahr gestapft. Mit dabei die Jungs des deutschen Duos Milky Chance, die mit Hits wie „Stolen Dance“ und „Down By The River“ solide einheizten. Auch der amerikanische Singer Songwriter Martin Johnson, stand am Freitag mit seiner Band The Night Game („Once In A Lifetime“) auf der Bühne. Wir haben ihn im Interview getroffen und durften einige witzige Details erfahren.

Martin Johnson von The Night Game

Martin Johnson, Frontmann der Band The Night Game, fährt vor Konzerten am liebsten singend auf seinem Fahrrad durch die Gegend um sich aufzuwärmen.

Festival Tag 2

Während sich das trübe Wetter am Vorabend noch schön getrunken oder zur Musik von Jared Leto (Thirty Seconds To Mars), Casper oder Marilyn Manson warmgefeiert wurde, konnten die Jungs von Snow Patrol am Samstag entspannt in den Sonnenuntergang hineinspielen. Zusammen mit Bullet For My Valentine, Beth Ditto, Kaleo, Muse und vielen anderen Bands, bildeten sie das Line Up für den zweiten Festivaltag. Opener der Volcano Stage an diesem Tag war der britische Newcomer Yungblud, der nicht nur ein Faible für pinke Socken hat, sondern auch dazu noch eine verdammt gute Performance auf der Bühne abzog. Im Interview verriet er uns, dass es für ihn ein unglaubliches Gefühl war auf der Rock am Ring Bühne zu stehen und die Energie der Fans zu spüren.

Yungblud

Der britische Newcomer Yungblud eröffnete den zweiten Festivaltag als Opener-Act der Volcano Stage.

Festival Tag 3

Spätestens am finalen Festivaltag, dem Sonntag, schien das vorangegangene Unterwetter komplett vergessen. Die Sonne gab nochmal richtig Vollgas, zur Freude aller Campingplatzbesucher. Die nutzen die Chance und packten gleich mal Seifenbahn, Planschbecken und Wasserpistolen aus, um das Wetter gebührend zu zelebrieren. Auch die musikalische Besetzung am Sonntag konnte sich sehen lassen. Neben Bilderbuch, der finnischen Musikerin ALMA, Rise Against und Good Charlotte, heizten die Foo Fighters am Abend ordentlich ein.

ALMA

Die finnische Sängerin ALMA (rechts im Bild) fühlt sich geehrt Teil des größten deutschen Rockfestivals zu sein (Hier gemeinsam mit Musikredakteurin Jennifer Simon, links im Bild)

Der überragenden Stimmung vor der Volcano Stage, konnte selbst die angeschlagene Stimme von Frontmann Dave Grohl nichts anhaben. Die klang stellenweise wie ein kratziger Motor, was den Ex-Nirvana-Schlagzeuger aber nicht unsympathischer machte. Die Fans unterstützten die Band ohnehin tatkräftig im Singen. Den glorreichen Abschluss bildeten die Gorillaz auf der Beck's Crater Stage oder eher gesagt deren Illustrationen.

Ausblick auf 2019

Alles in allem betrachtet, kann man in jedem Fall auf ein gelungenes Rock Am Ring 2018 zurückschauen ohne große Eskapaden oder Aussetzer, zwar mit einem etwas reduziertem Publikum, ausbleibenden „Überheadlinern“ wie es einst mit Metallica oder Rammstein der Fall war, dafür aber mit überragender Stimmung. Und was die Besucherzahl angeht, steigt die sicherlich im nächsten Jahr wieder an, denn bereits in diesem Jahr wurden die Ärzte als Headliner 2019 bekanntgeben. Und dazu soll das einzige Konzert sein, das sie im kommenden Jahr spielen wollen, also ran an die Karten, rein in die Karre und auf zum Ring 2019!