Aktualisiert: 06.02.2020 - 14:02

Sandro merkt in der Pubertät, dass etwas nicht stimmt und entscheidet sich zu einen mutig Schritt. Die bewegende Geschichte von Sandro aus Feldmoching jetzt zum Nachhören.

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Das ist die Geschichte von Sandro aus Feldmoching

"Als ich dann 20 war, habe ich ein Youtube-Video gesehen, indem ein Transgender seine Geschichte erzählt hat - da wurde mir einiges klar."  Sandro entschließt sich zu einem drastischen Schritt, der sein Leben für immer verändern wird. Die ganze Geschichte, hörst du hier.

Sandros bewegende Geschichte hörst du hier:

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Sandro Sabrina

Früher Sabrina - Heute Sandro

Keine Zeit, dir Sandros Geschichte anzuhören? Dann kannst du sie hier nachlesen:

Die Geschichte von Sandro aus Feldmoching beginnt am 3. November 1993. Auf die Welt kommt er aber nicht als Sandro, sondern als Sabrina. Schon im Kindergarten merkt er, dass er anders ist.

Sandro: "Ich wollte damals schon nicht mit Puppen spielen, sondern eher mit Autos. Ich wollte nicht schwimmen gehen, also ausziehen ging für mich gar nicht."

In der Schule beginnt für Sandro eine sehr schwere Zeit.

Sandro: "Es ging ja dann erst mit der Pubertät los, dass ich depressiv wurde und viel geweint habe. Dass ich nicht mehr aus dem Bett rausgegangen bin, gemobbt worden bin, nicht mehr in die Schule gegangen bin."

Und auch seiner Mutter ist schnell klar, dass er ein besonderes Kind ist.

Sandro: "Sie hat immer gesagt, sie kommt sich vor, als hätte sie zwei Kinder - auch von den Spielsachen her und von den Klamotten und den Schuhen."

Mit 16 ist Sandro einfach nur noch verzweifelt. 

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Sandro: "Ich dachte, irgendwie ich bin verrückt oder irgendwas stimmt mit mir nicht. Aber ich wusste halt nicht was es ist, das war echt eine harte Zeit."

Erst nach vier weiteren quälenden Jahren der Ungewissheit hat Sandro verstanden, dass er im falschen Körper geboren wurde.

Sandro: "Als ich dann 20 war, habe ich ein Youtube-Video gesehen und da hat ein Transgender seine Geschichte erzählt. Also das war so eine Art Doku und als ich das gesehen habe, wurde mir einiges klar. Und ich hatte dann einen Begriff, aber es ist ja dann trotzdem nochmal einen Schritt zu sagen: 'Ja ok, ich bin das'."

Er will diesen Schritt aber unbedingt gehen und verändert sich radikal.

Sandro: "Ich stand vor dem Spiegel und habe mir selbst die Haare abrasiert. Ich weiß nicht warum ich nicht zum Frisör gegangen bin, aber irgendwie wollte ich das selber machen."

Und nicht nur das ist hart für ihn. Als er seine Mutter anruft, um sich ihr zu offenbaren, sind seine Nerven zum Zerreißen gespannt. 

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Sandro: "Ich war in Berlin und mir ging's da echt schlecht an dem Tag. Und ich wusste das ist der einzige Weg, den ich gehen kann und dann habe ich sie halt angerufen. Und habe es ihr gesagt und habe geheult wie ein Schlosshund. Aber sie hat gesagt, dass sie mich so liebt, wie ich bin und dass ihr das wichtig ist, dass ich halt einfach glücklich bin. Und sie hat auch meinen Namen dann ausgesucht."

Der Name ist aber nur der erste Schritt. Sandro muss sämtliche Dokumente ändern und zum Psychologen.

Sandro: "Dann habe ich ziemlich schnell einen Therapeuten-Termin ausgemacht und bin in Therapie gegangen, damit ich mein Testosteron bekomme."

Es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt.

Sandro: "Ich habe da nicht mehr so viel geweint, sondern wurde eher aggressiv. Und ich wusste gar nicht wohin mit der Aggression - am Anfang - weil ich kannte es ja nicht."

Um aber wirklich ein Mann zu werden, muss Sandro ein MANN werden.

Sandro: "Also ich habe bis jetzt die Brustoperation und bin damit auch sehr glücklich, weil das Ergebnis zum Glück schön geworden ist. Aber das war auch ein harter Weg, weil ich einfach Angst hatte."

In einem Jahr folgt noch die geschlechtsangleichende Operation. Dann endlich ist Sandro der Mensch, der er immer sein wollte. Zum Schluss hat er noch eine wichtige Botschaft für uns alle:

Sandro: "Man soll seinen Weg gehen, egal was der Weg ist. Man sollte das machen, was man liebt. Und, dass man sich nicht schämen muss, dass man einfach so sein soll, wie man selbst ist."