Aktualisiert: 18.02.2020 - 15:06

Was hast du schon alles gemacht, um deine Traumfrau oder deinen Traummann zu erobern? Julian aus dem Glockenbachviertel hatte eine ausgefallene Idee, die ihn letztendlich aufs Münchner Polizeirevier gebracht hat. Die lustige Geschichte von Julian jetzt zum Nachhören.

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Das ist die Geschichte von Julian aus dem Glockenbachviertel

Julian aus dem Glockenbachviertel versucht mit einem gefälschten Brief der Staatsanwaltschaft München eine Frau zu erobern - sein Liebeswerben endet wegen des Verdachts auf Dokumentenfälschung bei der Polizei München. Die ganze lustige Geschichte, hörst du hier.

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Julians lustige Geschichte hörst du hier:

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Hast auch du eine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen? Dann erzähl sie uns hier.

Geschichte einsenden

Keine Zeit, dir Julians Geschichte anzuhören? Dann kannst du sie hier nachlesen:

Julian aus dem Glockenbachviertel besucht 2016 seinen besten Freund in Hamburg. Beim Ausgehen in der Hansestadt lernt er seine Traumfrau kennen. Schnell war klar: "Die muss ich wiedersehen"!

Julian: "Wir haben Nummern ausgetauscht. Sie hat mir witzigerweise eine Visitenkarte gegeben im Club - total komische Situation. Und drei Wochen später haben wir uns das erste Mal wieder gesehen und das war in Düsseldorf, weil wir beide aus NRW kommen."

Nach dem Date stellte sich aber heraus, dass seine Eroberung keine Beziehung mit ihm möchte. München war ihr einfach zu weit weg und außerdem war sie Julian gegenüber skeptisch.

Julian: "Sie hat mir gesagt 'hör mal jetzt haben wir uns ja einmal getroffen und das ist ja auch alles ganz nett, aber du könntest ja auch irgendeinen Daher-Gelaufener sein, du könntest irgendeinen Mörder, Verbrecher, was weiß ich sein, heutzutage hört man so viel'."

Er wollte sie aber unbedingt noch einmal treffen. Auf der langen Heimfahrt nach München grübelte er darüber nach, wie er diese wundervolle Frau doch für sich gewinnen könnte.

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Julian: "Also hatte ich die Idee, dass ich ihr einen Brief schreibe, in dem ich indirekt um ein zweites Treffen bitte. Und das baute auf dieser Idee auf, dass ich vielleicht ein Krimineller bin, also kam der Brief logischerweise von der Staatsanwaltschaft."

Julian fälschte einen Brief der Staatsanwaltschaft München - Inhalt waren versteckte Hinweise.

Julian: "Ermittlungen im Fall Powersmile. Sehr geehrte Frau XXX, wir haben Grund zu der Annahme, dass sie Kontakt zu einer von uns gesuchten Person hatten. Die flüchtige Person ist männlich, wird als gutaussehend und äußerst charmant beschrieben."

Er nahm kein Blatt vor den Mund und legte sich voll ins Zeug.

Julian: "Sie wirkten auf dem Bild sehr intim und wir erhoffen uns nun von Ihnen weitere Hinweise. Sämtlich entstehende Kosten für die Reise und Spesen werden selbstverständlich vom Freistaat übernommen, sollten Sie es denn wünschen."

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Mit dieser gefälschten Aufforderung hatte er sie nach München gelockt - dachte er! Doch leider hatte sich Julian bei ihrer Anschrift vertan. Der Brief kam nie bei ihr an und landete stattdessen beim eigentlichen Absender - der Staatsanwaltschaft München.

Julian: "Dann habe ich erstmal nichts von ihr gehört und habe ihr tatsächlich nochmal einen Brief geschickt, dann an die korrekte Adresse. Und dann ist die Geschichte so im Sande verlaufen."

Für die Münchner Polizei ist seine Aktion nicht im Sand verlaufen.

Julian: "Zehn Monate später bekomme ich ein Brief von der Polizei München, dass ich mich bitte bezüglich einer Zeugenaussage wegen Dokumentenfälschung bei ihnen melden soll."

Julian merkte jetzt, dass die Staatsanwaltschaft München seine Idee nicht so lustig fand. Und so ging er schuldeingeständig auf das Münchner Polizeirevier, wo ihn ein zweistündiges Verhör erwartete.

Julian: "Dann musste ich eben die ganze Geschichte nochmal erzählen - wie es dazu kam. Und da muss ich auch sagen, welche Tools ich benutzt habe, also mit welcher Software hab ich das gemacht. Habe ich das in der Vergangenheit schon mal gemacht, gibt's noch andere Dinge die ich erzählen will. Das war eine sehr peinliche aber irgendwie lustige Situationen, weil ich das jetzt auch noch mit jemandem machen musste, der sich glaube ich auch über so ein Brief gefreut hätte - spricht es war eine junge Polizistin. Und erstmal war es schon ziemlich skurril zwei Stunden zum Liebesbrief verhört zu werden."

Julian bekamen eine Anklage wegen Urkundenfälschung, die aber schon nach acht Wochen fallen gelassen wurde, da er nicht arglistig und mit Absicht gehandelt hatte. Ein Eintrag in seine Polizeiakte blieb ihm aber nicht erspart - doch das war es ihm wert.

Julian: "Ja liebe Münchner Männer, jetzt habt ihr gehört wie ein Liebesbrief auch in die Hose gehen kann, aber für die Frau würde ich noch mal machen. Und ich kann euch nur dazu anstiften kreativ zu sein, wenn es um die Liebste geht, das kommt auf jeden Fall gut an."

Der gefälschte Brief:

Die Erstellung dieses Briefes ist Urkundenfälschung und stellt eine Straftat da. Bitte nicht nachmachen!

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