Aktualisiert: 18.04.2019 - 14:44

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris war am Montagabend ein Großfeuer ausgebrochen. Inzwischen ist der Brand vollständig gelöscht. So geht es nun weiter.

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Beliebter Touristen-Hotspot vor vollständiger Zerstötung gerettet

Paris (dpa / 95.5 Charivari) - In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ist am Montagabend (15. April 2019) ein Großfeuer ausgebrochen. Über dem Pariser Wahrzeichen war eine große Rauchsäule zu sehen, Flammen ragten lichterloh aus dem Gebäude. 

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Wie die Pariser Feuerwehr gegen 10 Uhr mitteilte, konnte das Großfeuer inzwischen vollständig gelöscht werden. Bis in die Dienstagmorgenstunden waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, neue Brandherde zu verhindern. Außerdem mussten die Steine der Kathedrale gekühlt werden. Nun beginne die Phase der Begutachtung.

Über Stunden schlugen Flammen am Montagabend in den Himmel. Mehr als 400 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen das Feuer. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen ist noch nicht bekannt. Das Schlimmste konnte aber verhindert werden, denn die Fassade und die beiden Haupttürme sind nicht zusammengestürzt.

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Roboter half bei Rettung der Schätze

Der größte Teil der religiösen Schätze konnte aus der brennenden Pariser Kathedrale Notre-Dame gerettet werden. Die für Katholiken sehr wertvolle Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll und andere Gegenstände seien im Pariser Rathaus untergebracht worden. Die Sicherung der Kunstschätze sei für die Einsatzkräfte eine große Herausforderung gewesen. Nach dem Einsturz des Spitzturms, der sich im Zentrum des Mittelschiffs befand, seien Leute aus dem Inneren der Kirche zurückgezogen worden. Dort sei dann ein Roboter eingesetzt worden.

Klärung der Brandursache steht noch aus

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, bislang wird dabei die Spur eines Unfalls verfolgt - das heißt: von Brandstiftung ist bislang nicht die Rede. Nach französischen Medienberichten könnte der Brand mit Bauarbeiten auf dem Dach der Kirche zusammenhängen. Die Staatsanwaltschaft nahm zu dieser Theorie bis jetzt keine Stellung. Bei dem Brand sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen leicht verletzt worden. Dabei handele es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann.

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Notre-Dame soll wieder aufgebaut werden

"Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen", sagte Staatschef Emmanuel Macron bereits am späten Montagabend. Er kündigte eine nationale Spendensammlung an, um den Wiederaufbau zu finanzieren.

Die Kulturerbe-Stiftung „Fondation du Patrimoine“ hat eine französischsprachige Website eingerichtet, auf der für den Wiederaufbau von Notre-Dame gespendet werden kann.

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Kathedrale mit unschätzbarem kulturellen Wert

Notre-Dame ist eine der Pariser Top-Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen von Menschen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Île de la Cité. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Fast 200 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung. Die Balken, die in Notre-Dame verbaut wurden, sind in den Jahren 1160 bis 1170 gefällt worden und sind somit 850 Jahre alt. Laut CNN sind sie komplett verbrannt.

Viele Meter lang stehen die Touristen täglich vor dem Gebäude Schlange. Seit den islamistischen Terroranschlägen, die Frankreich in den vergangenen Jahren heimgesucht hatten, wird die Kathedrale von Soldaten bewacht.

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95.5 Charivari-Moderatorin Kim Annabelle Orth berichtet ihre Eindrücke aus Paris!

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Hier das Video vom einstürzenden Turm:

Video vom Brand in Paris: