Aktualisiert: 23.09.2020 - 21:50

Der Drogen-Skandal im Münchner Polizeipräsidium weitet sich deutlich aus. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt inzwischen gegen 21 Polizisten.

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© Foto: pixabay (Symbolbild)

Update 23.09.2020, 21:30 Uhr

Wie bereits berichtet, vollzog das Bayerische Landeskriminalamt zusammen mit der Staatsanwaltschaft München I heute gegen mehrere Beamte des Polizeipräsidiums München Beschlüsse v.a. wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Antidopinggesetz.

Neun neue Beschuldigte standen hierbei besonders im Fokus. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurde gegen fünf von Ihnen ein Verbot der Führung der Dienstgeschäfte (Suspendierung) ausgesprochen. Die übrigen Beamten werden ab sofort im Innendienst und auf anderen Dienststellen eingesetzt.

Razzia und Ermittlungen gegen 21 Polizisten

Der Drogen-Skandal im Münchner Polizeipräsidium weitet sich deutlich aus. Polizei und Staatsanwaltschaft sind in Bayern mit einer großangelegten Drogen-Razzia gegen Polizeibeamte vorgegangen.

Unter Verdacht stehen 20 Münchner Polizisten sowie ein weiterer Polizist der bayerischen Bereitschaftspolizei, teilten das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft München I am Mittwoch mit.

Hintergrund ist der Verdacht auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Anti-Dopinggesetz. Gegen einzelne Beamte werde auch wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger oder Strafvereitelung im Amt ermittelt.

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Ermittlungen gegen Polizisten laufen seit 2018

Die Ermittlungen waren 2018 ins Rollen gekommen, nachdem ein mutmaßlicher Drogenhändler vor Gericht angegeben hatte, mit Polizisten zusammen gearbeitet zu haben.

Im Rahmen der Auswertung der bei den Ermittlungen sichergestellten Gegenständen und der umfangreichen Befragungen ergaben sich weitere Verdachtsmomente gegen andere Polizeibeamte. Diese Ermittlungen werden bei der Ermittlungsgruppe "Nightlife" im LKA geführt.

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Drogen-Razzia bei Polizisten im Großraum München

Aus diesem Grund durchsuchen seit heute Morgen, 06.00 Uhr, 18 Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft München I und mehr als 90 Ermittler des Landeskriminalamtes 24 Objekte (Wohnungen und Dienststellen) in München, sowie in den Landkreisen München, Dachau, Wolfratshausen, Ebersberg und Fürstenfeldbruck.

Neben vier Durchsuchungen, die erneut bei Beamten durchgeführt wurden, die bereits von Anfang an im Fokus gestanden sind, konzentrieren sich die aktuellen Ermittlungen und Durchsuchungen auf 10 weitere beschuldigte Polizeivollzugsbeamte.

Unterstützt werden die LKA-Beamten durch Diensthundeführer des Hauptzollamtes München. Bei vier weiteren Polizeivollzugsbeamten, die als Zeugen geführt werden, wurde ebenfalls nach Beweismitteln gesucht.

Mit Material der dpa