Aktualisiert: 15.11.2021 - 16:22

Mitten in der sich zuspitzenden Corona-Lage hat Verdi Warnstreiks für bayerische Unikliniken angekündigt. Auch in den Münchner Kliniken wollen morgen Mitarbeiter die Arbeit niederlegen.

Klinikum rechts der Isar

© Foto: shutterstock

Ab Dienstag 16. November wird in München gestreikt

München (dpa/lby) - Mitten in der sich zuspitzenden Corona-Lage will Verdi die Warnstreiks an Universitätskliniken deutlich ausweiten - auch im Freistaat.

Wie Verdi Bayern mitteilte, wollen Beschäftigte an beiden Uni-Kliniken in München sowie in Erlangen, Regensburg und Würzburg an diesem Dienstag die Arbeit niederlegen.

Diese Münchner Kliniken sind beteiligt

Die Münchner Kliniken des Freistaats Bayern streiken am Dienstag, 16. November 2021, teilweise wird der Streik bis Donnerstag fortgeführt. Betroffen sind in München:

  • Klinikum der Universität (Großhadern und Innenstadt)
  • Klinikum rechts der Isar
  • Deutsches Herzzentrum

Sowohl mit dem Klinikum der Universität als auch mit dem Klinikum rechts der Isar hat Verdi Notdienstvereinbarungen abgeschlossen. Damit ist sichergestellt, dass trotz des Streiks alle lebensrettenden Maßnahmen durchgeführt werden. Einzig für das Deutsche Herzzentrum gibt es keine entsprechende Notdienstvereinbarung.

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Dritte Verhandlungsrunde im Tarifstreit 

Mit den Ausständen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst der Länder erhöhen. «Man fährt das Gesundheitswesen gegen die Wand», sagte Robert Hinke, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales bei Verdi Bayern. «Die Arbeits- und Belastungssituation war bereits vor der Pandemie inakzeptabel. Heute hat sich die Lage noch verschärft. Das scheint aber immer noch nicht bei allen angekommen zu sein.» Er kündigte «spürbare Warnstreiks» an.

Nach bisher ergebnislosen Verhandlungen kommen Verdi und der Beamtenbund dbb am 27. und 28. November in Potsdam zur dritten Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) zusammen. Verdi und dbb Beamtenbund und Tarifunion fordern für die bundesweit mehr als eine Million Landesbeschäftigten fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich, im Gesundheitswesen 300 Euro mehr. Der TdL-Verhandlungsführer, der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), hatte die Forderungen mehrfach als unrealistisch zurückgewiesen.

Mit den Warnstreiks solle die Arbeitgeberseite «zur Vernunft gebracht» werden, sagte Hinke. Verdi betonte: «Allen Arbeitgebern wurden zur Gewährleistung der Patientenversorgung Notdienstvereinbarungen angeboten.»